Der US-Gesandte zur EU, Sondland. | Bildquelle: REUTERS

Amtsenthebungsverfahren Trump entlässt Impeachment-Zeugen

Stand: 08.02.2020 01:15 Uhr

US-Präsident Trump hat den US-Botschafter bei der Europäischen Union, Sondland, mit sofortiger Wirkung abberufen. Auch ein anderer Schlüsselzeuge in der Ukraine-Affäre musste den Hut nehmen.

US-Präsident Donald Trump will den US-Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, mit sofortiger Wirkung abberufen. US-Nachrichtenmedien zitierten aus einer entsprechenden Erklärung Sondlands: "Mir wurde heute nahegelegt, dass der Präsident beabsichtigt, mich mit sofortiger Wirkung als Botschafter der Vereinigten Staaten bei der Europäischen Union abzuberufen."

Sondland war einer der wichtigsten Zeugen im Impeachment-Verfahren gegen Trump.

Vindman aus Weißem Haus hinausgeworfen

Zuvor war bereits eine andere Schlüsselfigur des Verfahrens entlassen worden: Sicherheitsexperte Alexander Vindman sei aus dem Weißen Haus eskortiert worden, teilte sein Anwalt David Pressman mit. Pressman sprach von einem Racheakt Trumps gegen seinen Mandanten, weil er die Wahrheit gesagt habe.

Der amerikanische EU-Botschafter Sondland bei seiner Anhörung im US-Kongress. | Bildquelle: AP
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Der amerikanische EU-Botschafter Sondland bei seiner Anhörung im US-Kongress (Archivbild).

Der demokratische Abgeordnete Eliot Engel, Vorsitzender des Außenausschusses im Repräsentantenhaus, bezeichnete den Vorgang als "schändlich". "Dieser Präsident glaubt, dass nur die Loyalität ihm gegenüber die entscheidende ist", schrieb er in einer Mitteilung.

Trump hatte zuvor Journalisten über Vindman gesagt: "Ich bin nicht zufrieden mit ihm."

Vindmans Aufgaben im Weißen Haus wären regulär im Juli beendet gewesen, nun soll er den Berichten zufolge wieder im US-Verteidigungsministerium arbeiten.

Der US-Offizier Alexander Vindman | Bildquelle: AFP
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Der US-Offizier Alexander Vindman hatte die Ukraine-Affäre ins Rollen gebracht.

Impeachment-Prozess mit Freispruch beendet

Vindman hatte als Ukraine-Experte des Nationalen Sicherheitsrats ein Telefonat zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als "unangemessen" empfunden und seine Bedenken dem Anwalt des Gremiums mitgeteilt - ein Vorgang, der die sogenannte Ukraine-Affäre ins Rollen brachte.

In dem Gespräch hatte Trump den ukrainischen Staatschef zu Ermittlungen gegen den Sohn des früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden gedrängt und US-Finanzmittel als Druckmittel ins Spiel gebracht.

Die Demokraten warfen Trump deswegen Amtsmissbrauch vor und leiteten ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn ein, das aber an der republikanischen Mehrheit im Senat scheiterte. Am Mittwoch wurde der US-Präsident in dem Prozess freigesprochen.

Trump räumt auf: Erste Entlassungen nach dem Ende des Impeachment-Verfahrens
Sebastian Hesse, ARD Washington
08.02.2020 06:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Februar 2020 um 06:15 Uhr.

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