Trumps früherer Anwalt Michael Cohen. | Bildquelle: AFP

Affäre mit Playboy-Model Ex-Anwalt nahm Trumps Äußerungen auf

Stand: 20.07.2018 20:34 Uhr

Trumps Ex-Anwalt Cohen hat ein Gespräch aufgezeichnet, in dem der US-Präsident über Schweigegeldzahlungen an ein Playboy-Model spricht. Mit der Frau soll Trump 2006 eine Affäre gehabt haben.

US-Präsident Donald Trump hat mit seinem damaligen Anwalt Michael Cohen über Schweigegeldzahlungen an ein "Playboy"-Model gesprochen - das belegen Tonaufzeichnungen, die Cohen gemacht hat.

Die US-Bundespolizei FBI habe den Mitschnitt bei einer Durchsuchung von Cohens Büro sichergestellt, berichtete die "New York Times". Demnach stamme die Aufnahme aus dem Jahr 2016, wenige Monate vor Trumps Wahl zum US-Präsidenten.

Das Gespräch drehte sich um Karen McDougal, das Playmate des Jahres 1998, die dem Magazin "New Yorker" im Februar erzählt hatte, sie habe 2006 eine Affäre mit Trump gehabt. Begegnet seien sie sich auf dem Anwesen des "Playboy"-Gründers Hugh Hefner, als Trump dort eine Folge seiner Fernsehshow "The Apprentice" drehte.

Playboy-Model Karen McDougal hatte nach eigenen Angaben eine Affäre mit Donald Trump (Archivbild von 2010). | Bildquelle: AFP
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Playboy-Model Karen McDougal hatte nach eigenen Angaben eine Affäre mit Donald Trump (Archivbild von 2010).

Anwalt Giuliani bestätigt zumindest Gespräch

Trumps Anwalt Rudy Giuliani bestätigte der "New York Times", dass Trump mit Cohen über Zahlungen an McDougal gesprochen habe - letztendlich sei aber kein Geld geflossen, so dass der Präsident nichts Verbotenes getan habe. In dem etwa zwei Minuten langen Mitschnitt sei zu hören, dass Cohen von Trump angewiesen wurde, eine Zahlung besser per Scheck als in Bargeld zu leisten. "Nichts in dem Gespräch legt nahe, dass er (Trump) irgendetwas im voraus wusste", so Giuliani zu der Zeitung. Er bezeichnete die Tonbandaufnahme als "sehr entlastendes Beweismaterial."

Playmate McDougal hatte im Februar gesagt, das Boulevardblatt "National Enquirer" habe für die Geschichte ihrer Affäre 150.000 US-Dollar gezahlt, sie dann aber letztendlich nicht veröffentlicht. Das Blatt gehört zur American Media Inc. - der Mediengruppe, die nach Berichten des "Wall Street Journal" aus dem Jahr 2016 Geld an McDougal gezahlt haben soll. McDougal sagte, sie fühle sich ihrer Rechte beraubt und unsicher, worüber sie überhaupt sprechen könne, ohne in Schwierigkeiten zu geraten.

Ein Sprecher des Weißen Hauses wies Berichte über eine Affäre Trumps mit McDougal als "Fake News" zurück.

Das Justizministerium untersucht derzeit Cohens Beteiligung an möglichen Schweigegeldzahlungen, um peinliche Berichte über den damaligen Kandidaten Trump vor der Präsidentenwahl 2016 zu verhindern. Dabei geht es vor allem darum, ob Geld aus Trumps Wahlkampfkasse zweckentfremdet wurde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juli 2018 um 18:00 Uhr in den Nachrichten.

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