Trump winkt Anhänger auf einer Kundgebung in Cleveland zu | Bildquelle: dpa

Trump zwei Jahre im Amt "Was brauchen wir sonst noch?"

Stand: 20.01.2019 10:48 Uhr

Zwei Jahre ist US-Präsident Trump im Amt, seither ist die Politik des Landes in einem dauerhaften Erregungszustand. Seine Anhänger kümmert das wenig. Ihre Interessen werden zuverlässig bedient.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Weiter ging die Schere bei einem Präsidenten kaum auseinander. Ganze 39 Prozent der Amerikaner sind mit Donald Trumps Arbeit einverstanden. Schaut man aber republikanische Wähler allein an, sind es 83 Prozent; ein Wert, der seit dem Regierungstillstand leicht zurückgegangen ist von stabilen 90 Prozent über die gesamte erste Hälfte der Amtszeit. Diese Zahlen zeigen zweierlei: Wer 2016 gegen Trump war, ist es auch heute. Und: Ihm ist es gelungen, seine Kernwählerschaft weitgehend bei der Stange zu halten.

"Dies ist unser Land. Und wir müssen auf unser Land aufpassen", sagt Rosalinda Spinoza, die nicht weit von der Grenze zu Mexiko wohnt. Genau das ist es, was seine Anhänger ihm zuschreiben: dass Trump ihr Land im Blick hat - "America First". Und damit ihre Interessen vertritt.

Zurückgegangen ist der Zuspruch vor allem bei Frauen insgesamt, bei Männern in den wohlhabenden Vorstädten und bei weißen, streng christlich orientierten Evangelikalen.

Quer durch die Schichten

Es sind keineswegs nur die wirtschaftlich Abgehängten, die hinter Trump stehen. Der Zuspruch geht durch alle Schichten der Bevölkerung, sagt Vanessa Williams, Politologin an der Brookings Institution in Washington: "Trumps Unterstützer sind überwiegend weiß. Aber sie kommen aus allen ökonomischen Schichten."

 Dabei haben auch viele gegen ihre eigenen ökonomischen Interessen gewählt. Mit den sozialen Programmen der Demokraten wären sie besser gefahren. Aber es geht um etwas anderes. Trump ist für sie jemand, der verspricht, ihnen ihre gesellschaftliche Stellung zurückzugeben. Der verspricht, das urbane, politische Establishment zu bekämpfen, das die Menschen im Kernland einfach übersieht.

Was die Anhänger aufrichtet

"Ich finde, er hat einen klasse Job gemacht. Er hat die Steuern gesenkt. Die Wirtschaft ist um 3,9 Prozent gewachsen. Was brauchen wir sonst noch?", fragt Donald Chaddy aus Texas. Für ihn ist Trump der Held. Er spricht seine Sprache, hat die richtigen Themen, steht gegen eine Politik, die ihn verdrossen gemacht hat. Vor allem auch, weil er das Thema "illegale Immigration" in den Mittelpunkt seiner Politik gestellt hat.

Die Mauer an der Grenze zu Mexiko ist deshalb für Trumps Anhänger ein Symbol dafür, dass Amerika den Amerikanern gehören soll. Und auch wenn man in den grenznahen Städten eigentlich gar keine physische Mauer will, steht sie eben doch für die diffusen Ängste, die die Menschen bewegen "Es ist eine Bürde für unser Land, unsere Gesellschaft. Wir leisten uns zu viel Luxus für die Immigranten. Es ist zu einfach für sie, Sozialhilfe zu bekommen", glaubt Mark Paul aus einem kleinen Dorf in Texas.

Trump hat eine Erwartung vieler in der Politik nicht erfüllt: Nach der Wahl ruhiger, gemäßigter, präsidialer zu werden. Er ist der Marke "Donald Trump" treu geblieben, und damit seine Kernanhänger ihm.

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Halbzeit für Donald Trump - wer sind seine Anhänger heute?

Arthur Landwehr, ARD Washington
20.01.19 10:32 | audio

Über dieses Thema berichtete WDR 5 am 19. Januar 2019 um 13:19 Uhr im Mittagsecho.

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