US-Präsident Trump verkündet den Tod al-Bagdadis | Bildquelle: AP

Tod von al-Bagdadi "Ein großer Meilenstein", aber...

Stand: 28.10.2019 09:30 Uhr

Der Tod von IS-Führer al-Bagdadi ist in Washington überwiegend positiv aufgenommen worden. Die Kommunikation von US-Präsident Trump stößt allerdings bei einigen auf Kritik.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Donald Trump beschrieb den US-Einsatz gegen IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi detailliert bei einer Pressekonferenz: Das Spezialkommando sei mit Helikoptern sehr niedrig angeflogen. Zwei Stunden habe der Einsatz gedauert und am Ende sei al-Bagdadi tot gewesen. Er habe sich selbst mit einem Sprengsatz getötet. 

"Er ist gestorben, als er in einen Tunnel gelaufen ist, der eine Sackgasse war", sagte Trump, "wimmernd, weinend und schreiend."

Dass der US-Präsident diese Beschreibung mehrfach wiederholte, kritisiert Admiral James Winnefield, der unter Barack Obama stellvertretender Vorsitzender des Generalstabs war. "Das kann man mal sagen, aber so sendet man ein Signal an einen Teil der IS-Anhänger, das die motivieren könnte, noch stärker zurückzuschlagen."

Kampf gegen IS noch nicht vorbei

Trump war es bei seiner fast einstündigen Pressekonferenz wichtig, einen Vergleich zum Vorgehen seines Vorgängers Obama zu ziehen und sich von ihm abzusetzen. "Bin Laden war eine große Sache, aber das hier war das Größte, der Schlimmste, den es je gab", sagte Trump. "Bin Laden ist nur bekannt geworden durch den 11. September, aber al-Bagdadi hat, wie er es nennen würde, ein ganzes Land, ein Kalifat aufgebaut."

Susan Rice, ehemalige Sicherheitsberaterin unter Obama, warnt jedoch bei CBS davor, jetzt entspannt aufzuatmen. "Das ist ein großer Meilenstein, aber das heißt nicht, dass der Kampf gegen den IS vorbei ist", sagt sie. "Was wir in diesem Teil der Welt immer wieder gesehen haben: Sobald der Druck auf Terrororganisationen wie Al-Kaida oder den IS nachlässt, können sie sich wieder aufbauen. Wir müssen wachsam bleiben und vor Ort zumindest eine kleine Präsenz erhalten, um sicherzustellen, dass der IS nicht mit Gebrüll zurückkommt."

Lage in Syrien nach Tod von al-Baghdadi
tagesschau 16:00 Uhr, 28.10.2019, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Moskau wusste vor den Abgeordneten Bescheid

Dass Trump sich einmal mehr über etablierte Gepflogenheiten im politischen Washington hinwegsetzte, sorgt für Unmut bei den Demokraten. Eigentlich ist es üblich, die politischen Spitzen über einen derartig weitreichenden Einsatz vorab in Kenntnis zu setzen. Trump hat das erst nachträglich gemacht: "Wir haben einige informiert, andere informieren wir jetzt gerade. In Washington sickern immer Informationen durch. Sowas gibt's sonst nirgends. Washington ist ein einziges Leck."

Nancy Pelosi, Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus, kritisiert Trumps Vorgehen. Russland habe vor den Spitzenpolitikern in Washington von dem Einsatz gewusst. Das Abgeordnetenhaus müsse über die Operation informiert werden. Das Militär und die US-Verbündeten könnten starke, schlaue und strategische Führung aus Washington erwarten, schreibt sie in einem Statement.

Syrien-Politik weiter in der Kritik

Dass dieser außenpolitische Erfolg Trump im Wahlkampf helfen könnte, sieht Amy Klobuchar, Senatorin und Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten, nicht als Problem: "Nur weil er als Oberkommandierender wichtige Entscheidungen für das Land trifft, heißt das nicht, dass seine Außenpolitik im Ganzen kein Desaster ist."  

Auch wenn der US-Präsident für diesen Einsatz Lob bekommt, wird seine Syrien-Politik im Ganzen weiter von zahlreichen Experten in Frage gestellt.

US-Reaktionen auf Tod von IS-Chef al-Baghdadi
Martina Buttler, ARD Washington
28.10.2019 08:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Oktober 2019 um 07:52 Uhr.

Korrespondentin

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Martina Buttler, WDR

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