Video mit angeblich Abu Bakr al-Bagdadi  | Bildquelle: AFP

Nach Einsatz von US-Militär Trump bestätigt Tod von al-Bagdadi

Stand: 27.10.2019 14:48 Uhr

US-Präsident Trump hat den Tod von IS-Anführer al-Bagdadi bestätigt. Zuvor hatte das US-Militär einen Einsatz in Syrien durchgeführt. Laut Trump hat sich al-Bagdadi dabei selbst in die Luft gesprengt.

IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi hat sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump bei einem amerikanischen Militäreinsatz selbst getötet. US-Spezialkräfte hätten den Einsatz im Nordwesten Syriens durchgeführt, sagte Trump in Washington. DNA-Analysen hätten die Identität des IS-Anführers bestätigt.

Bagdadi habe sich selbst das Leben genommen, indem er eine Sprengweste an seinem Körper gezündet habe, sagte Trump. Außerdem seien zahlreiche Komplizen des Anführers der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" getötet worden. US-Bürger seien bei dem Einsatz nicht ums Leben gekommen.

Gemeinsame Operation?

Der Kommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, schrieb auf Twitter, Bagdadis Tod sei das Ergebnis einer über fünf Monate andauernden Geheimdienstzusammenarbeit gewesen. Der IS-Chef sei dann bei einer gemeinsamen Operation getötet worden.

US-Präsident Trump bestätigt Tod von IS-Anführer al-Bagdadi
tagesschau24 15:00 Uhr, 27.10.2019

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Die von der Kurdenmiliz YPG dominierten SDF waren bisher der wichtigste Verbündete der US-Streitkräfte im Kampf gegen den IS. Zuletzt geriet dieses Bündnis allerdings unter erheblichen Druck. Trump steht seit Wochen in der Kritik, weil er die US-Truppen aus dem nordsyrischen Grenzgebiet zur Türkei abgezogen hat. Damit ebnete er den Weg für eine türkische Offensive gegen die YPG in der Region. Trump wurde auch aus seiner eigenen republikanischen Partei vorgeworfen, die verbündete Kurdenmiliz im Stich gelassen zu haben.

Der Aufenthaltsort des bereits mehrfach für tot erklärten IS-Chefs war lange unbekannt. Laut einer Quelle aus staatlichen türkischen Kreisen war al-Bagdadi an dem Ort in Syrien erst 48 Stunden vor dem Angriff eingetroffen. Es habe eine "enge Koordination" zwischen den relevanten Parteien gegeben und das türkische Militär habe vorab von dem Angriff gewusst.

Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) ist Al-Bagdadi einer der meistgesuchten Terroristen der Welt gewesen. Zuletzt hatte der IS im April ein Video mit al-Bagdadi verbreitet, in dem er dem Westen mit Angriffen drohte. Details über die Biografie von al-Bagdadi, den selbst ernannten "Kalifen Ibrahim", sind mit Vorsicht zu genießen. Häufig lassen sie sich nicht verifizieren.

Aufenthaltsort lange unklar

Lange Zeit wusste kaum jemand, wie der Chef der Terrormiliz IS aussieht, da es nur zwei Fotos von ihm gab. Wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats Ende Juni 2014 tauchte er dann völlig überraschend in einer Moschee in der nordirakischen Stadt Mossul auf, wo er die Freitagspredigt hielt. Danach aber zeigte er sich lange nicht mehr. Immer wieder gab es Gerüchte, er sei bei Angriffen verletzt oder sogar getötet worden. Erst im April - nach dem endgültigen Zerfall des vom IS ausgerufenen Kalifats - zeigte er sich noch ein zweites Mal in einem Video. Zwischendurch verbreitete der IS vereinzelt Audio-Botschaften seines Anführers.

Al-Bagdadi wurde 1971 in der irakischen Stadt Samarra geboren. An der Universität Bagdad machte er einen Abschluss in Islamischen Studien. Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 saß er eine Zeit lang in einem US-Gefängnis im Irak. Im Jahr 2010 übernahm Al-Bagdadi die Führung des Al-Kaida-Ablegers im Irak, der damals noch "Islamischer Staat im Irak" hieß.

Nach und nach begann die Gruppe, sich nach Syrien auszudehnen. Darüber brach Al-Bagdadi mit Al-Kaida, weil er nicht die Forderung der Führung des Terrornetzwerkes akzeptieren wollte, sich auf den Irak zu beschränken. Mit Ausrufung des Kalifats benannte sich die Terrormiliz in "Islamischer Staat" um. Damit verbunden war der Anspruch, alle Muslime weltweit zu vereinen und zu führen. Nach und nach verlor der IS jedoch sein Herrschaftsgebiet im Irak und in Syrien wieder.

IS gilt offiziell als besiegt

Offiziell galt der IS mit dem Fall seines letztes Rückzugsorts im ostsyrischen Baghus als besiegt. Noch vor wenigen Monaten ging die von den USA geführte Anti-IS-Koalition aber in einem Bericht davon aus, dass sich noch zwischen 14.000 und 18.000 IS-Angehörige im früheren Herrschaftsgebiet der Extremisten zwischen Syrien und dem Irak aufhalten sollen. Mittlerweile sind IS-Ableger in zahlreichen Ländern aktiv.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Oktober 2019 um 15:00 Uhr.

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