US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

Russland-Affäre Trump kooperiert mit Ermittler Mueller

Stand: 21.11.2018 09:48 Uhr

Was weiß Trump in der Russland-Affäre? Der US-Präsident hat Fragen dazu von Sonderermittler Mueller schriftlich beantwortet und inzwischen eingereicht. Davon könnten beide Seiten profitieren.

US-Präsident Donald Trump hat in der Russland-Affäre erstmals direkt mit Sonderermittler Robert Mueller kooperiert. Nach Angaben von Trumps Anwalt reichte der US-Präsident die schriftlichen Antworten auf Fragen über eine russische Einmischung in die US-Wahl 2016 im Büro Muellers ein.

Erst vergangene Woche hatte Trump vor Reportern betont, dass er die Antworten auf Muellers Fragen selbst verfasst habe. Die Beantwortung des Fragenkatalogs sei "sehr leicht" gewesen, sagte er. Eingereicht hatte er die Antworten aber damals - nach eigenen Angaben - noch nicht.

Robert Mueller | Bildquelle: AFP
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Sonderermittler Robert Mueller: Katalog mit Dutzenden Fragen für Trump

Kompromiss auf beiden Seiten

Beobachter sprachen nun von einem Meilenstein im Ringen zwischen Trumps Juristen und dem Team des Sonderermittlers. Im Fokus ihrer fast einjährigen Verhandlungen stand vor allem die Frage, ob und wann der Präsident zu einer Befragung durch die Staatsanwälte erscheint.

Mit der jüngsten Kompromisslösung dürften beide Seiten gut leben können: Trump umgeht zumindest vorläufig das mögliche Risiko einer persönlichen Befragung - dagegen sperren sich die Anwälte des Präsidenten. Und Mueller sichert sich offizielle Stellungnahmen, für deren Wahrheitsgehalt Trump für die Dauer der Ermittlungen einstehen muss.

Dutzende Fragen

Muellers Team hatte Trumps Anwälten vor Monaten einen Katalog mit Dutzenden Fragen geschickt. Sie drehen sich um die Frage, ob seine Kampagne mit dem Kreml abgesprochen war, um die Präsidentschaftswahl 2016 zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Auskunft sollte Trump zudem darüber geben, ob er versuchte, die Russland-Ermittlungen zu behindern - etwa, indem er im Mai 2017 den damaligen FBI-Direktor James Comey feuerte.

Keine Fragen nach Justizbehinderung

Die Ermittler ließen sich zunächst auf schriftliche Antworten Trumps zu einer russischen Einmischung ein, Fragen nach Justizbehinderung stellten sie vorerst zurück. Mueller ließ allerdings die Option offen, doch noch wegen möglicher Strafvereitelung bei Trump nachzuhaken.

Auch Rudy Giuliani, ein Anwalt des Präsidenten, sprach davon, dass Muellers Büro vom Weißen Haus "beispiellose Kooperation" erhalten habe - so sei Material mit 1,4 Millionen Seiten übergeben worden.

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