Justin Trudeau | Bildquelle: AFP

Korruptionsaffäre in Kanada Trudeau verliert weitere Ministerin

Stand: 05.03.2019 01:53 Uhr

Der kanadische Premier Trudeau steht unter Druck: Im Skandal um eine mutmaßliche Einmischung in Justizangelegenheiten trat nun eine weitere Ministerin seines Kabinetts zurück - die Affäre kommt für ihn zur Unzeit.

In der Korruptions- und Schmiergeldaffäre um mutmaßlich unterdrückte Ermittlungen gegen eine Ingenieurfirma hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau ein weiteres Kabinettsmitglied verloren. Jane Philpott, die bislang für die Finanzen der Regierung zuständig war, reichte ihren Rücktritt ein. Sie könne das Vorgehen der Regierung nicht mehr verteidigen, teilte sie mit.

Für Trudeau kommt die Affäre auch deshalb zur Unzeit, weil im Herbst Wahlen anstehen. Hintergrund sind Vorwürfe, dass Ermittlungen der früheren Justizministerin Jody Wilson-Raybould gegen die Ingenieurfirma SNC-Lavalin wegen Korruption und Schmiergeldzahlungen unterdrückt worden sein sollen. Premierminister Trudeau hat jegliches persönliche Fehlverhalten in der Affäre abgestritten.

Finanzministerin Jane Philpott mit Kanadas Premier Justin Trudeau | Bildquelle: REUTERS
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Kanadas Premierminister Justin Trudeau mit Jane Philpott: Die Ministerin für Finanzen reichte ihren Rücktritt ein.

Geld an Gaddafi?

Dem Unternehmen mit Sitz in Montreal wird vorgeworfen, zwischen 2001 und 2011 Schmiergeld in Höhe von umgerechnet 31 Millionen Euro an die Familie des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi gezahlt zu haben.

Im Fall eines Schuldspruchs dürfte der Ingenieurs- und Bauriese mit insgesamt 50.000 Mitarbeitern über zehn Jahre bei keinen öffentlichen Projekten etwa in den Bereichen Bergbau, Transport und Infrastruktur mehr mitbieten.

Die frühere Justizministerin Wilson-Raybould war im Januar erst auf den Posten der Veteranenministerin verschoben worden und dann zurückgetreten. Danach baute Trudeau sein Kabinett um.

Regierungskrise in Kanada setzt Premier Trudeau unter Druck
Kai Clement, ARD New York zzt. Ka
05.03.2019 17:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. März 2019 um 06:05 Uhr, 06:22 Uhr, 06:44 Uhr und 07:23 Uhr.

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