Karte: Libyen mit Tripolis

Kämpfe in Libyen Wieder Luftangriffe auf Tripolis

Stand: 28.04.2019 03:05 Uhr

Auf die libysche Hauptstadt Tripolis sind Luftangriffe geflogen worden. Anwohner berichteten von Explosionen. Auch Flugabwehr sei zu hören gewesen. Die Libysch-Nationale Armee treibt seit Wochen eine Offensive auf Tripolis voran.

Die libysche Hauptstadt Tripolis ist erneut Ziel von Luftangriffen geworden. Einwohner berichteten, sie hätten zunächst vermutlich eine Drohne in der Luft gehört, danach mehrere laute Explosionen. Auch Flugabwehrfeuer sei zu hören gewesen.

Die Libysch-Nationale Armee (LNA) von Chalifa Haftar treibt seit drei Wochen eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis voran, die von der international anerkannten Regierung des Landes kontrolliert wird, und hat seither mehrfach Luftangriffe geflogen.

Kriegsschiff im Ölhafen Ras Lanuf

Die LNA schickte zudem ein Kriegsschiff in den Ölhafen von Ras Lanuf im Osten des Landes, was sie auch erstmals bestätigte. Das Patrouillenboot "Alkarama" sei als Teil einer Übung entsandt worden und solle die Ölanlagen sichern, sagte ein LNA-Sprecher. Die LNA kontrolliert die Ölhäfen im Osten des Landes ebenso wie die Ölfelder. Die Verwaltung liegt aber weiter bei dem staatlichen Ölkonzern NOC, da ausländische Käufer nur mit dieser ihnen lange bekannten Firma Geschäfte machen wollen.

Khalifa Haftar | Bildquelle: AFP
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Chalifa Haftar treibt seit Wochen eine Offensive auf Tripolis voran.

Haftar war unter dem 2011 gestürzten Staatschef Muammar Gaddafi General. Er genießt die Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate und Ägyptens, die ihm mit Luftangriffen bei der Übernahme der Kontrolle im Osten Libyens halfen. Beide Länder haben die LNA UN-Berichten zufolge auch mit militärischer Ausrüstung unterstützt und sogar einen Militärflughafen gebaut.

Mehr Migranten nach Europa?

Haftars Vorstoß auf Tripolis verstärkt das Chaos in dem Bürgerkriegsland: Die Kämpfe drohen die Öllieferungen zu stören und die illegale Migration über das Mittelmeer nach Europa zu fördern. Sie könnten auch UN-Pläne für eine Wahl vereiteln, die den Streit zwischen den rivalisierenden Regierungen im Osten und Westen beenden soll.

Über dieses Thema berichteten am 28. April 2019 Deutschlandfunk um 03:00 Uhr in den Nachrichten und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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