Soldaten tragen den Sarg des verstorbenen US-Senators John McCain aus der National Cathedral. | Bildquelle: AFP

Trauerfeier für McCain Ein Signal gegen die Spaltung im Land

Stand: 01.09.2018 20:17 Uhr

Die USA haben sich von Senator McCain verabschiedet. Die heutige Trauerfeier in der Nationalen Kathedrale von Washington plante McCain vor seinem Tod im Detail - als Signal gegen die Spaltung im Land.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die National Cathedral. Zu den Trauergästen zählten McCains Angehörige, darunter auch seine 106-jährige Mutter Roberta und führende Politiker, Ehrengäste sowie Repräsentanten vieler Länder. Aus Deutschland war Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble angereist.

John McCain hatte diese Trauerfeier bewusst als Signal gegen die Spaltung des Landes konzipiert. Auch mit der Auswahl der beiden Hauptredner wollte McCain ein Zeichen der Überparteilichkeit setzen: die beiden Ex-Präsidenten Barack Obama und George W. Bush, ein Demokrat und ein Republikaner, und - ebenso symbolträchtig - die beiden einzigen Politiker, gegen die der Politiker McCain Wahlkämpfe verloren hat.

Gedenkfeier für John McCain
tagesschau 20:00 Uhr, 01.09.2018, Markus Reher, MDR

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Bush und Obama würdigen McCain als Ehrenmann

Bush würdigte McCain als Ehrenmann, der im politischen Gegner stets auch den Patrioten und Mitmenschen sah. Vor allem habe McCain die Freiheit geliebt, mit der Leidenschaft eines Mannes, der in vietnamesischer Kriegsgefangenschaft ihre Abwesenheit erfahren musste. Obama betonte, McCain habe stets gewusst, "dass Amerikas Sicherheit und Einfluss nicht nur durch unsere Macht und unseren Reichtum geschaffen wurden, sondern durch unser Vermögen, andere zu inspirieren."

Dass McCain den amtierenden Präsidenten Donald Trump nicht zu dieser Trauerfeier eingeladen hat - auch dies war eine bewusste Entscheidung. McCain war in der immer kleiner werdenden Schar der innerparteilichen Kritiker Trumps die mächtigste Stimme. McCain setzte sich für internationales Engagement ein, für Demokratie und Menschenrechte in aller Welt; er verabscheute Trumps rechtspopulistischen Kurs, den geplanten Mauerbau und Trumps einwanderungsfeindliche Politik.

McCains Tochter Meghan übte in ihrer Rede indirekt Kritik an Trump. Wörtlich sagte sie: "Das Amerika von John McCain muss nicht wieder großartig gemacht werden, weil Amerika immer großartig war."

Der frühere US-Präsident Barack Obama spricht auf der Trauerfeier für den republikanischen Senator John McCain. | Bildquelle: SHAWN THEW/EPA-EFE/REX/Shutterst
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Der frühere US-Präsident Barack Obama spricht auf der Trauerfeier für den republikanischen Senator John McCain.

Meghan und Cindy McCain, die Tochter und Witwe des verstorbenen US-Senators, auf der Trauerfeier. | Bildquelle: AFP
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Meghan und Cindy McCain, die Tochter und Witwe des verstorbenen US-Senators, auf der Trauerfeier.

Auszüge aus Reden zitiert

Fast alle US-Medien würdigten in den vergangenen Tagen ausführlich das Vermächtnis des an den Folgen eines Hirntumors verstorbenen Senators. Immer wieder wurden Auszüge aus seinen letzten Reden zitiert. So auch McCains Appell vor knapp einem Jahr gegen Trumps nationalistische Politik: "Die Ideale aufzugeben, für die wir uns in aller Welt stark gemacht haben, sich den Verpflichtungen unserer internationalen Führungsrolle zu verweigern und unserer Pflicht, die letzte große Hoffnung der Welt zu sein - und das alles für einen verquasten zweifelhaften Nationalismus." Das dürfe nicht sein.

Fehler eingestehen fiel ihm leicht

Amerika verabschiedet sich von einem seiner wichtigsten Politiker der vergangenen Jahrzehnte. Auf seine Spitznamen "Maverick", "Querdenker"- war McCain stolz. Auch wenn McCain nicht immer richtig lag - im Irak-Krieg zum Beispiel oder bei der Auswahl von Sarah Palin als Vizepräsidentschaftskandidatin." McCain war stets der Erste, der seine Fehler eingestand. Ohne ihn wird Amerika ärmer sein.

Trauerfeier für John McCain – Signal gegen Spaltung des Landes
Martin Ganslmeier, ARD Washington
01.09.2018 19:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. September 2018 um 20:00 Uhr.

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