Die Familie von George Floyd spricht bei der Trauerfeier in Minneapolis | Bildquelle: AFP

Trauerfeier für George Floyd "Opfer der Pandemie des Rassismus"

Stand: 04.06.2020 22:38 Uhr

Vor knapp zehn Tagen ist George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden. Bei der Trauerfeier in Minneapolis forderte seine Familie nun Gerechtigkeit. Ihr Anwalt sprach von systematischer Diskriminierung Schwarzer.

Acht Minuten und 46 Sekunden Schweigen: Mit einer emotionalen Trauerfeier in Minneapolis ist an den bei einem Polizeieinsatz in der US-Großstadt getöteten Schwarzen George Floyd erinnert worden. An der Zeremonie an der christlichen Universität North Central nahmen Angehörige, Freunde, Politiker und Persönlichkeiten wie die Bürgerrechts-Ikone Jesse Jackson teil.

Der Anwalt von Floyds Familie, Benjamin Crump, nannte den 46-Jährigen ein "Opfer der Pandemie des Rassismus". Er sei nicht an der neuen Gefahr des Coronavirus gestorben, sondern infolge der systematischen Diskriminierung Schwarzer, "mit der wir in Amerika allzu vertraut sind", sagte Crump. Er forderte die Menschen in den USA auf, weiter friedlich zu demonstrieren, um Gerechtigkeit für Floyd zu erreichen und sich gegen Polizeigewalt, Diskriminierung und Rassismus auszusprechen. Amerika werde dadurch ein besseres Land, ein Ort der Hoffnung werden.

"Es ist Zeit, in Georges Namen aufzustehen"

Floyds Bruder Philonise erklärte, es sei bewegend, wie viele Leben George inzwischen berührt habe. "Alle wollen Gerechtigkeit für George, wir wollen Gerechtigkeit für George - er wird sie bekommen", sagte er.

Der Bürgerrechtler und Pfarrer Al Sharpton sagte, es sei endlich Zeit für Amerika, die Diskriminierung Schwarzer zu beenden, vor allem in den Bereichen Polizei und Justiz: "Es ist Zeit für uns, in Georges Namen aufzustehen und zu sagen: Nehmt Euer Knie aus meinem Nacken." Amerikaner müssten weiter friedlich demonstrieren, um wirkliche Veränderungen zu erzielen, forderte er. "Was George Floyd passiert ist, passiert jeden Tag in diesem Land."

In den kommenden Tagen sind an anderen Orten weitere Zeremonien vorgesehen. Am kommenden Dienstag soll Floyd dann in der texanischen Stadt Houston beigesetzt werden, wo er aufgewachsen war.

Vier Polizeibeamte entlassen und angeklagt

Floyd war am Montag vergangener Woche bei einer brutalen Festnahme in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota gestorben. Ein Polizeibeamter hatte sein Knie genau acht Minuten und 46 Sekunden lang in den Nacken des am Boden liegenden Floyd gedrückt - trotz aller Bitten des 46-Jährigen, ihn atmen zu lassen.

Der Beamte und drei weitere beteiligten Polizisten wurden nach Bekanntwerden des Vorfalls entlassen. Sie wurden inzwischen festgenommen und angeklagt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juni 2020 um 09:00 Uhr.

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