Karte: Kamerun

Touristen in Kamerun Verwirrung um Geiselnahme

Stand: 04.04.2018 20:56 Uhr

In Kamerun sind offenbar zwölf Touristen von Spezialkräften des Landes befreit worden. Dieser angeblichen Rettungsaktion widerspricht allerdings der Reiseveranstalter.

Im zentralafrikanischen Kamerun sind nach Regierungsangaben zwölf Touristen aus der Hand von Geiselnehmern befreit worden - sieben Reisende aus der Schweiz und fünf aus Italien. Demnach wurden sie bereits am Montag im Westen des Landes durch einen "Spezialeinsatz" der Armee gerettet. Weiter hieß es, sie seien einige Tage zuvor von "bewaffneten Terroristen" in der westlichen Region Nguti entführt worden.

Dem widersprach "African Adventures" aus der Schweiz. Nach Angaben des Reiseveranstalters wurde die Reisegruppe zwar von bewaffneten Einheiten gestoppt - ihr sei aber noch vor dem Eintreffen der Spezialkräfte erlaubt worden, die Reise fortzusetzen.

Präsident reagiert mit aller Härte

In der Region Nguti, im englischsprachigen Westen Kameruns, kämpfen Separatisten für einen eigenen Staat. Die Unabhängigkeitsbewegung beklagt eine Diskriminierung der Anglophonen durch die französischsprachige Mehrheit.

Am 1. Oktober vergangenen Jahres hatten die Separatisten symbolisch die Unabhängigkeit des Staates "Ambazonia" erklärt. Kameruns Präsident Paul Biya reagiert darauf seitdem mit aller Härte - ordnet immer wieder Durchsuchungen und Reisebeschränkungen an.

Tunesier ums Leben gekommen

Vor zwei Wochen hatte Kameruns Armee in der Region einen entführten Tunesier befreit, ein weiterer kam bei dem Einsatz ums Leben. Er war das erste ausländische Todesopfer in diesem Konflikt.

Etwa ein Fünftel der Kameruner gehört der englischsprachigen Minderheit an, die übrigen Bewohner des zentralafrikanischen Landes gehören zur französischsprachigen Mehrheit. Die sprachliche Aufteilung des Landes ist eine Folge der Kolonialzeit. Von 1884 bis 1919 stand Kamerun auch unter deutsche Kolonialherrschaft.

Mit Informationen von Alexander Göbel, ARD-Studio Nordwestafrika

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. April 2018 um 13:00 Uhr.

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