Ein Ölteppich breitet sich auf dem Fluss Cuninico in Peru im September 2022 aus. In der Region im Amazonasgebiet ist es in der Vergangenheit häufiger zu Öllecks gekommen. | AFP

Amazonasgebiet in Peru Indigene lassen Touristen wieder frei

Stand: 05.11.2022 02:36 Uhr

Die Touristen, die im peruanischen Amazonasgebiet von Indigenen festgehalten wurden, sind nach peruanischen Angaben wieder frei. Die Indigenen wollten mit der Aktion auf ein Ölleck in der Region aufmerksam machen.

Dutzende Touristen, die von protestierenden Dorfbewohnern im peruanischen Amazonasgebiet festgehalten wurden, sind frei. "Mir ist bestätigt worden, dass die Schiffe an die Häfen zurückkehren können, aus denen sie ausgelaufen sind", sagte der Minister für Außenhandel und Tourismus, Roberto Sánchez.

Protest gegen Ölleck

Aus Protest gegen die Untätigkeit der Regierung nach einem Ölleck hatten die Dorfbewohner seit Donnerstag mehrere Schiffe mit insgesamt rund 150 Menschen an Bord auf dem Fluss Marañón gestoppt und die Passagiere festgesetzt. Darunter war ein Schiff mit etwa 70 Touristen aus dem In- und Ausland unter anderem mit einem deutschen Urlauber an Bord, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin mitteilte. Auf dem Schiff sollen auch Touristen aus den USA, Spanien, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz sein.

Mit der Aktion wollten die Dorfbewohner die Regierung dazu bringen, etwas gegen ein Ölleck in der Region zu unternehmen. Zuletzt war immer wieder Öl aus einer Pipeline des Energiekonzerns Petroperú ausgetreten und hatte den Fluss Marañón verschmutzt. Petroperú teilte mit, dass die Pipeline mehrfach absichtlich beschädigt werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. November 2022 um 02:00 Uhr.