Eine Schwimmweste treibt auf dem Mittelmeer | Bildquelle: AP

Flucht übers Mittelmeer 1650 Menschen gerettet - viele vermisst

Stand: 11.06.2017 16:46 Uhr

Der Exodus geht weiter: Tausende Migranten machen sich mit Schlauchbooten und Schiffen auf den gefährlichen Weg übers Mittelmeer. Allein am Samstag wurden 1650 Menschen gerettet - doch viele weitere bleiben vermisst.

Von Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom

Das Sterben nimmt kein Ende. Und keiner weiß genau, wie viele Menschen in den vergangenen Stunden im Mittelmeer ertrunken sind. Allein am Samstag wurden rund 1650 Bootsflüchtlinge gerettet, so die italienische Küstenwache - darunter 78 Personen von einem havarierten Schlauchboot, das ursprünglich 130 Menschen an Bord hatte, wie ein Überlebender berichtet. Insgesamt befanden sich die am Samstag Geretteten auf neun großen Schlauchbooten und drei Holzschiffen.

Seit Jahresbeginn etwa 1800 Migranten ertrunken

Das gute Wetter sorgt dafür, dass sich weiter Tausende auf die gefährliche, etwa 300 Kilometer lange Reise machen. Allein für den Sonntag sei mit weiteren 700 Ankünften zu rechnen, so ein Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen betonte, ohne legale und sichere Wege zur Einwanderung nach Europa werde es weiter Tote geben.

Seit Jahresbeginn dürften etwa 1800 Migranten im Mittelmeer ertrunken sein. Die Einsätze der libyschen Küstenwache, die aufgegriffene Migranten zurück nach Afrika bringt, haben den Exodus bisher nicht stoppen können. Allein am Freitag wurden auf diesem Weg mehr als 570 Menschen zurück nach Libyen in ein Internierungslager gebracht. Was dort mit ihnen geschieht, bleibt unklar.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. Juni 2017 um 21:44 Uhr

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