Umgekippte Strandliegen und Sonnenschirme am Strand von Chalkidiki  | Bildquelle: REUTERS

Urlaubsregionen in Südeuropa Sechs Touristen sterben durch Unwetter

Stand: 11.07.2019 08:27 Uhr

Tornado, Hagel, Sturmböen: Beliebte Urlaubsregionen in Südeuropa sind von schweren Unwettern heimgesucht worden. In Griechenland starben mindestens sechs Menschen. An Italiens Adriaküste fielen Hagelkörner "so groß wie Orangen".

Ein heftiges Unwetter mit Hagel, Regen und Sturm zog in der Nacht über den Norden Griechenlands hinweg. Betroffen war vor allem die bei Feriengästen beliebte Halbinsel Chalkidiki, über die nach Angaben der Feuerwehr auch ein Tornado hinwegzog. Mindestens sechs Menschen starben, darunter zwei Kinder. Nach Behördenangaben wurden zudem mehr als 60 Menschen verletzt. Der öffentlich-rechtliche Sender ERT zeigte Bilder von umgekippten Autos, umgestürzten Bäumen, Schlammmassen und zerstörten Hausdächern.

Für die Region Chalkidiki wurde entsprechend der Notstand ausgerufen. Mindestens 140 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die in der Nacht mehr als 500 Mal ausrücken mussten, um Menschen in Not zu helfen.

Mindestens sechs Tote nach schweren Unwettern in Griechenland
tageschau 09:00 Uhr, 11.07.2019

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Fliegende Gegenstände erschlagen Touristen

Alle Todesopfer sind laut Zivilschutz und Polizei Touristen. Eine Frau aus Rumänien und ihre Tochter wurden den Angaben zufolge vom abgerissenen Dach einer Taverne erschlagen. Ein umstürzender Baum erschlug zudem einen Russen und dessen zweijährigen Sohn. Ein Mann aus Tschechien starb in seinem Wohnmobil, das von Sturmböen erfasst wurde und sich mehrfach überschlug. Seine Frau erlag ihren Verletzungen in einem Gesundheitszentrum, wie ERT unter Verweis auf den Zivilschutz berichtete. Nach Angaben der Hafenpolizei wird zudem ein Fischer vermisst.

Dutzende weitere Menschen seien durch Stühle, Ziegelsteine, Mülltonnen und andere Gegenstände verletzt worden, die durch die Gegend geflogen seien, sagte der Chef des Gesundheitszentrums der Kleinstadt Moudania, Athanassios Kaltsas, im Fernsehen. "Ich habe so starke Winde noch nie erlebt", sagte der Chef des Zivilschutzes, Charalambos Stergiadis, dem gleichen Sender.

Das heftige Unwetter war auf eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius gefolgt. In der Region der Chalkidiki verbringen zurzeit Zehntausende überwiegend aus osteuropäischen Staaten stammende Touristen ihren Urlaub.

Hagelkörner "so groß wie Orangen"

Auch die bei Urlaubern beliebte italienische Adriaküste war gestern von einem heftigen Unwetter heimgesucht worden. Betroffen waren laut Wetterdienst 3BMeteo vor allem die Regionen Emilia-Romagna um Rimini, die Marken um die Stadt Ancona und die Abruzzen. In der Stadt Pescara wurden 18 Menschen verletzt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. In der Nähe von Ancona sei ein Mensch an einem Blitzschlag gestorben.

Unwetter in Italien verwüstet mehrere Küstenorte
tagesschau 20:00 Uhr, 10.07.2019

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Auf Videos ist zu sehen, wie sich über einem Strand in den Abruzzen dunkle Wolken zusammenbrauen und heftiger Wind peitscht. Menschen bringen sich in Sicherheit. Ansa berichtete in Pescara von Hagelkörnern "so groß wie Orangen".

Bilder von einem Strand in Numana bei Ancona zeigen, wie Strandbäder vollkommen zerstört sind. Bürgermeister Gianluigi Tombolini sprach auf Facebook von "gewaltigen Schäden". Die Feuerwehr berichtete auf Twitter von Dutzenden Einsätzen, umgestürzten Bäumen und überschwemmten Straßen.

Unwetter Nordgriechenland - neue Verletzten Zahl - sechs Tote
Michael Lehmann, ARD Istanbul
11.07.2019 08:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Juli 2019 um 20:00 Uhr sowie die tagesschau am 11. Juli 2019 um 08:30 Uhr.

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