Autobahn Abfahrt Kufstein-Süd | Bildquelle: picture alliance / Roland Mühla

Winter-Fahrverbote Keine Ausfahrt Tirol

Stand: 21.12.2019 11:22 Uhr

Im Sommer sorgten die Fahrverbote in Tirol für viel Streit zwischen Deutschland und Österreich. Nun müssen sich Winterurlauber auf erneute Einschränkungen einstellen - zur Freude der Anwohner.

Von Andrea Beer, ARD-Studio Wien

Die Gemeinde Sölden im Tiroler Ötztal hat ein beliebtes Skigebiet, und wenn Winterurlauber mit dem Auto anreisen, fahren sie in der Regel durch Oetz hindurch. Der kleine Ort am Taleingang liegt zwar nicht direkt an der Brennerautobahn und damit auf keiner Ausweichroute. Doch der verhasste Transitverkehr durch Tirol ist auch hier ein Dauerbrenner.

Zeitweise komme man kaum über die Straße, so beschreibt es Gero Parth. Der Durchgangsverkehr braust direkt an seinem Modegeschäft vorbei. "Da ist der tägliche Verkehr - Arbeiter, Angestellte. Da ist der Schwerverkehr. Und da ist der Tourismus, der übers gesamte Jahr gesehen eigentlich nicht so viel ausmacht. Aber indirekt macht er doch wieder Verkehr, weil das Tal davon lebt." Um nicht im Verkehr zu ersticken, hofft Parth auf eine Entlastung der gesamten Region.

Regionale Fahrverbote in Tirol
tagesschau 12:50 Uhr, 21.12.2019, Nina Rieger, BR

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Einschränkungen bis April

Und die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung ergreift zumindest sogenannte Notmaßnahmen: Abfahrverbote von der Brennerautobahn A13. Diese gelten ab heute bis Mitte April 2020 an Samstagen von 7.00 bis 19.00 sowie an Sonn- und Feiertagen von 8.00 bis 17.00 Uhr.

Tirol will damit verhindern, dass Autofahrer bei Stau von der Autobahn auf Landes- und Bundesstraßen ausweichen und die Orte dort verstopfen. Der Leidensdruck in der Bevölkerung sei groß, betont die Grünenpolitikerin Ingrid Felipe, Vize-Landeshauptfrau in Tirol. Dass Autoreisende nicht begeistert seien, ist ihr klar: "Wir wissen, dass dies für die Fahrzeuglenkenden - egal ob Touristen oder Einheimische - bedeutet, dass sie den Stau auf der Autobahn abwarten und ertragen müssen. Aber die Durchfahrtsverbote haben für die betroffenen Menschen in den Dörfern eine ganz massive Bedeutung."

Ingrid Felipe (Grüne), Stellvertreterin des Landeshauptmannes und der Landeshauptmann von Tirol, Günther Platter, äußern sich bei einer Pressekonferenz. | Bildquelle: dpa
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Ingrid Felipe und Günther Platter erläutern die erneuten Fahrverbote in Tirol.

 Für Regierung keine Dauerlösung

Anwohner der staugeplagten Gegend finden Fahrverbote ohnehin überfällig. Die aktuellen Einschränkungen betreffen die Straßenabschnitte in den Bezirken Kufstein, Reutte, Schwaz und Innsbruck-Land. Nur wer ein konkretes Ziel hat oder etwas liefern muss, darf auf Bundes- und Landesstraßen ausweichen, und auch auffahren ist erlaubt. Verstöße gegen die Regelung können bis zu 60 Euro kosten.

Der Tiroler ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter sieht in den Fahrverboten jedoch keine Dauerlösung: "Was wir wollen, ist gemeinsam mit Deutschland und Italien vernünftige Verkehrspolitik zu machen, damit über den Brenner die gleiche Situation herrscht wie an den anderen sechs Alpenübergängen."

 Deutschland ist gefragt

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder riet wegen der Fahrverbote, Urlaub statt in Österreich in Bayern zu machen. Das nannte Platter lächerlich. Der Tiroler Landeshauptmann betonte aber auch, mit Deutschland gäbe es inzwischen eine Zusammenarbeit.

Im Juli hatte Platter mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer einen Zehn-Punkte-Plan verabredet. Dieser sieht unter anderem den Ausbau der sogenannten "Rollenden Landstraße" vor - einer Kombination von Straße und Schiene. Bis 2021 sollen jährlich 450.000 Lkw auch auf Zügen weiterkommen. Bisher sind es 200.000. Die Blockabfertigung werde es weiterhin geben, so Platter. Das heißt: Bei dichtem Verkehr darf nur eine bestimmte Menge an Lkw die Grenze nach Österreich passieren. Das sorgt beim deutschen Nachbarn für Staus und damit Verärgerung. 

Gero Parth aus Oetz im Ötztal wünscht sich ohnehin länderübergreifende Verkehrskonzepte und dass sich auch Touristen aus Deutschland bei dem Thema einbringen: "Zumindest die Diskussion wäre interessant. Wenn sie also nicht nur in Tirol geführt wird, sondern auch in Deutschland. Das würde meiner Meinung nach schnell und viel bewegen."

Abfahrverbote in Tirol
Andrea Beer, ARD Wien
21.12.2019 10:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Dezember 2019 um 12:00 Uhr.

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