US-Außenminister Rex Tillerson. | Bildquelle: REUTERS

Streit um Atomprogramm Tillerson will Gespräche mit Nordkorea

Stand: 13.12.2017 04:08 Uhr

Der US-Außenminister bietet Nordkorea im Atomstreit direkte Gespräche an. Das Land müsse lediglich seine Waffentests einstellen. Damit rückt Tillerson von der bisherigen Linie der USA ab. Das Weiße Haus teilt mit, Präsident Trump habe seine Meinung zum Konflikt nicht geändert.

Der amerikanischer Außenminister, Rex Tillerson, strebt im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm direkte Gespräche mit der Regierung in Pjöngjang an. "Lasst uns einfach zusammenkommen", so Tillerson bei einer Rede in Washington.

US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP
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Ob Tillersons Vorstoß auch von US-Präsident Donald Trump unterstützt wird, ist unklar.

Damit rückt er vom bisherigen Kurs der US-Regierung ab. Bislang hatte die Trump-Administration mögliche Verhandlungen zwischen den beiden Staaten stets an die Bedingung geknüpft, dass auch über eine Aufgabe des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals gesprochen werden müsse.

Lage zunehmend angespannt

Diese Forderung wiederholte Tillerson in seiner Rede explizit nicht. "Es ist nicht realistisch zu sagen, wir sind nur bereit zu Gesprächen, wenn ihr an den Verhandlungstisch kommt und willens seid, euer Programm aufzugeben", so der Außenminister. Dafür habe Nordkorea "zu viel investiert". Vor Gesprächen müsse es aber eine Phase der Ruhe ohne Atom- und Raketentests geben.

Der Konflikt zwischen Washington und Pjöngjang hatte sich in den vergangenen Monaten immer weiter zugespitzt. Erst vor zwei Wochen hatte das Regime in Pjöngjang eine Rakete gestartet, die angeblich das US-Festland erreichen kann. Als Reaktion darauf hielten die USA gemeinsam mit Südkorea in der vergangenen Woche ein Luftmanöver ab.

Kim Jong Un beobachtet den Start der Rakete Hwasong-12 | Bildquelle: REUTERS
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Nordkoreas Diktator Kim Jong Un beobachtet den Start einer Hwasong-12 Rakete.

Trumps Haltung unklar

In seiner Rede betonte Tillerson, die nukleare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel bleibe weiterhin das Ziel der US-Regierung. Das Wichtigste sei, dass die bereits hergestellten Atomwaffen langfristig nicht in die falschen Hände fielen. Deshalb sucht er nun das direkte Gespräch mit dem nordkoreanischen Regime. Bei dem etwaigen Treffen könne seinetwegen über das Wetter oder die Form des Tisches gesprochen werden, so der amerikanische Chefdiplomat. "Aber zumindest können wir uns hinsetzen, uns von Angesicht zu Angesicht sehen und beginnen, einen Plan auszuarbeiten, auf was wir eventuell hinarbeiten wollen."

Ob Tillersons Vorstoß auch von US-Präsident Donald Trump unterstützt wird, ist unklar. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, teilte mit, Trumps Ansichten zu Nordkorea hätten sich nicht geändert. Vor wenigen Monaten hatte der Präsident diplomatische Bemühungen Tillersons im Nordkorea-Konflikt als Zeitverschwendung bezeichnet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Dezember 2017 um 4:58 Uhr.

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