Die Video-App TikTok ist vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt. | Bildquelle: AFP

Chinesische Video-App US-Regierung nimmt TikTok ins Visier

Stand: 02.11.2019 15:10 Uhr

Nach dem Huawei-Konzern ist offenbar auch die chinesische Video-App TikTop ins Visier der US-Regierung geraten. Laut New York Times soll ein Regierungsgremium prüfen, ob TikTok Daten nach Peking weiterleitet.

Die US-Regierung untersucht offenbar, ob die Video-App TikTok Daten an die chinesischen Behörden weiterleitet. Das berichtete die "New York Times" unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Das zuständige US-Finanzministerium wollte den Bericht nicht kommentieren.

US-Parlamentarier, darunter der republikanische Senator Marco Rubio und der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, hatten gewarnt, TikTok könne von Peking zu Spionagezwecken missbraucht werden. Mit mehr als 110 Millionen Downloads allein in den USA sei TikTok eine potenzielle Gefahr, schrieb Schumer in einem Brief an US-Geheimdienstchef Joseph Maguire.

TikTok will Vertrauen gewinnen

Die App ist besonders bei Jugendlichen wegen ihrer Karaoke-Videos erfolgreich. Was Nutzerzahlen angeht, hält sich TikTok bedeckt. Nach Informationen der US-Marketing- und Medien-Zeitschrift Ad Age sollen es etwa 800 Millionen weltweit sein. Das chinesische Unternehmen ByteDance hatte TikTok 2017 gekauft. Damals hieß die Anwendung noch Musical.ly.

Auf Anfrage wollte sich TikTok nicht konkret zu dem Prüfverfahren in den USA äußern, versicherte aber, dass das Unternehmen "keine höhere Priorität" habe "als das Vertrauen der Nutzer und Aufsichtsbehörden in den USA zu gewinnen".

Zuvor hatte TikTok versichert, dass es "nicht durch irgendeine ausländische Regierung oder die chinesische Regierung beeinflusst" werde und sich seine Rechenzentren nicht in der Volksrepublik befänden.

Huawei als Sicherheitsrisiko eingestuft

Die Debatte erinnert an den Huawei-Konzern. Auch den chinesischen Telekommunikationsriesen hatte die US-Regierung als Sicherheitsrisiko für die Vereinigten Staaten eingestuft. Sie wirft dem Unternehmen Sabotage und Spionage für die chinesische Regierung vor. Huawei weist die Vorwürfe zurück und versichert, dass es unabhängig vom chinesischen Staat operiere. Bis zum 19. November gilt eine Schonfrist für US-Unternehmen, die noch mit Huawei zusammenarbeiten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. November 2019 um 15:00 Uhr.

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