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Greta Thunberg in den tagesthemen "Mit Physik kann man keine Deals machen"

Stand: 16.10.2020 18:44 Uhr

Klimaaktivistin Greta Thunberg hat die Politik aufgefordert, den Klimawandel kompromissloser zu bekämpfen. Die von der EU-Kommission geforderten Schritte reichten nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen, sagte sie in den tagesthemen.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat die von der EU-Kommission geforderte Reduktion der CO2-Emissionen um 55 Prozent als nicht ausreichend bezeichnet. Im Interview mit den tagesthemen sagte sie, man könne deutlich sehen, dass das nicht reichen werde, um "unterhalb einer durchschnittlichen globalen Erwärmung von 1,5 Grad zu bleiben".

Das Pariser Abkommen von 2015 setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Thunberg erklärte, die Wissenschaft sei sich einig, dass dieses Ziel so nicht erreicht werden könne. "Mit Physik kann man keine Deals machen oder verhandeln."

Caren Miosga im Gespräch mit Greta Thunberg
tagesthemen 21:45 Uhr, 16.10.2020

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"Wir haben all die Kompromisse satt"

Die EU hat sich verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu sein - also mehr Treibhausgas zu kompensieren oder aufzufangen, als sie ausstößt. Das bisherige Zwischenziel für 2030 einer Verringerung der CO2-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reicht dafür nicht aus. Deshalb schlug die EU-Kommission mindestens 55 Prozent vor.

Thunberg fordert von den Politikern mehr Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel. "Wir haben all diese Kompromisse satt und dass man uns den Kopf tätschelt", sagte die Schwedin. "Das ist eine echte Krise und als solche müssen wir sie auch behandeln". Die "Fridays for Future"-Bewegung sage "einfach, was Sache ist". Damit habe habe sie zu einem stärkeren Bewusstsein beigetragen.

Politiker hätten Ernst der Krise nicht erfasst

Aber "man kann von uns Kindern nicht erwarten, dass wir das alleine machen. Wir brauchen jeden", sagte Thunberg. Viele Politiker hätten "den Ernst dieser Krise noch nicht erfasst".

Die Staats- und Regierungschefs müssen sich bis Ende dieses Jahres auf ihre Ziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2030 einigen. Die Entscheidung darüber wurde um zwei Monate vertagt - auf den nächsten regulären Gipfel am 10. und 11. Dezember. Grund für die Verschiebung sind Bedenken vornehmlich östlicher EU-Länder, die stark von Kohle abhängig sind.

Über dieses Thema berichtete die tagesthemen am 16. Oktober 2020 um 21:45 Uhr.

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