Nur noch mit EU-Sondergenehmigung in die USA Export von Todesspritzen-Wirkstoff wird eingeschränkt

Stand: 11.12.2011 21:42 Uhr

Hinrichtungsbank im US-Gefängnis
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In den USA werden pro Jahr rund 100 Menschen hingerichtet.

Die USA werden sich ein Hinrichtungsgift nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" künftig nicht mehr in der Europäischen Union beschaffen können. Ab Freitag werde eine Ausfuhr von Thiopental-Natrium aus der EU nur noch mit Sondergenehmigung möglich sein, schreibt die Zeitung. Zu diesem Zeitpunkt solle eine neue, einheitliche Ausfuhrgenehmigungspflicht im Amtsblatt veröffentlicht werden.

Die Regelung gilt demnach für alle kurz- und mittelfristig wirkenden Barbitursäuren. Das gebräuchliche und schnell wirksame Narkosemittel Thiopental-Natrium ist eine davon. Mit dem Mittel werden laut "SZ" in den US-Bundesstaaten Ohio und Washington zum Tode verurteilte Straftäter umgebracht. In 33 anderen Bundesstaaten ist Thiopental zentraler Bestandteil des verabreichten Gift-Cocktails. Etwa 100 Menschen richten die US-Behörden pro Jahr hin.

US-Hersteller nahm Mittel vom Markt

Schon seit einigen Monaten ist das Gift in den USA Mangelware, die Behörden verschoben deswegen Hinrichtungen. Der einzige in den USA ansässige Hersteller Hospira hatte sich geweigert, sein Produkt weiterhin für Todesspritzen zur Verfügung zu stellen und es vom Markt genommen. Versuche der USA, den Stoff in größerem Stil in Europa zu beschaffen, scheiterten.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hatte deutsche Hersteller im Januar noch als Gesundheitsminister aufgefordert, das Mittel nicht an die USA zu verkaufen. Diese signalisierten Unterstützung.

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