Die ersten Krankenwagen verlassen den Unfallort. | Bildquelle: AFP

Jugendfußballer in Thailand "Tag X" für die Höhlen-Retter

Stand: 08.07.2018 13:42 Uhr

In Thailand ist die Rettungsaktion für die in einer Höhle eingeschlossene Fußballmannschaft gestartet. Das Risiko des Einsatzes ist hoch, Dauer und Ausgang sind ungewiss - und auch der Regen sorgt wieder für Gefahr.

Als die rund 1000 in- und ausländischen Journalisten am frühen Morgen von einem Polizisten aufgefordert wurden, das provisorische Mediencamp vor dem Höhleneingang unverzüglich zu räumen - andernfalls würden sie sich strafbar machen - war klar: Der Beginn der Rettungsaktion steht unmittelbar bevor.

Kurz darauf kam die Bestätigung des Gouverneurs der Region Chiang Rai, Einsatzleiter Narongsak Osottanakorn: "Heute ist der Tag X", teilte er mit. "Wir sind bereit." Um zehn Uhr hätten 18 professionelle Höhlentaucher, darunter fünf der thailändischen Navy, die Höhle betreten, um die Jungen zu befreien. "Sie wissen ganz genau, wie sie dabei vorgehen sollen."

Thailändische Soldaten saugen mit Hilfe von Schläuchen Wasser aus der Höhle | Bildquelle: dpa
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Die Thailändische Armee pumpte in den vergangenen Tagen große Mengen Wasser aus der Höhle.

"Alle in sehr gutem Gesundheitszustand"

Ein australischer Arzt, der selbst ausgebildeter Taucher ist, hatte sich gestern noch von dem Gesundheitszustand der zwölf Jungen im Alter von elf bis 16 Jahren und ihrem 25 Jahre alten Trainer überzeugt und grünes Licht für die Aktion gegeben, getrieben sicherlich auch von den äußeren Umständen: Der Sauerstoffgehalt an der Stelle, an der sich die Jungen befinden, sinkt stetig. Und starke Regenfälle lassen den Wasserspiegel in der Höhle schnell wieder steigen.

"Ich kann bestätigen, dass sich alle in einem sehr guten Gesundheitszustand befinden und auch den nötigen Kampfgeist mitbringen", sagte Narongsak. "Alle wissen, dass es schwierig wird, aber sie wollen den Weg mit uns zu gehen, egal welche Risiken dabei bestehen. Sie haben uns gesagt, dass sie bereit sind. Ihre Verwandten haben ebenfalls zugestimmt."

Hochgefährlicher Einsatz

Seit zwei Wochen wartet das Team mit thailändischen Jugendfußballern und ihrem Trainer auf die Rettung. In den letzten Tagen wurde viel über den richtigen Zeitpunkt diskutiert und darüber, wie man die Jugendlichen mit möglichst geringem Risiko wieder ins Freie holen sollte. Mehr als 100 Bohrungen wurden vorgenommen, bis zu 400 Meter tiefe Rettungsschächte, aber die Jungen auf diese Weise zu finden sei, als müsse man in einem grünen Wald ein grünes Ziel treffen, sagte ein Helfer.

Die Tauchaktion galt spätestens seit letzten Freitag als hochgefährlich, als ein erfahrener Taucher auf dem Weg zurück aus der Höhle erstickte. Ein gut ausgebildeter Taucher braucht gut fünf Stunden für den mehr als vier Kilometer langen Weg ins Freie - zum Teil extrem eng, scharfkantig, matschig und stockdunkel.

Verantwortliche setzten auf Motivation

Für ihre Rettung sollen die Eingeschlossenen in mehrere Gruppen aufgeteilt werden. Wie die Zeitung "Bangkok Post" berichtet, sollen zunächst vier Mitglieder der Jungen-Fußballmannschaft in Begleitung der erfahrenen Höhlentaucher den riskanten und langwierigen Tauchgang beginnen. Zwei weitere Gruppen von jeweils drei Jungen sollen folgen. Der 25 Jahre alte Betreuer der seit 16 Tagen in der Höhle eingeschlossenen Gruppe werde demnach bei der letzten Gruppe sein.

Jeweils zwei Profis sollen einen Jugendlichen auf diesem Weg begleiten. Wie lange sie dafür brauchen, lässt sich kaum abschätzen. In jedem Fall ist das Risiko sehr hoch, aber die Verantwortlichen setzten neben anderen Faktoren auch auf die hohe Motivation der Jugendlichen - auch wenn von denen einige nicht einmal schwimmen können und nur einer so etwas wie Taucherfahrung hat.

"Es gibt keinen besseren Tag für die Aktion als heute", sagt Narongsak. "Das Wetter ist gut, der Wasserstand ist gut. Wenn wir warten, müssen wir wieder Wasser herauspumpen, dann wird es problematisch. Ich möchte mich bei allen bedanken, die hier in den letzten Tagen bei uns waren. Und bitte schickt uns aus aller Welt weiter moralische Unterstützung, damit wir die Mission zu 100 Prozent erfolgreich beenden werden."

Komplizierte Rettung von Jugendlichen in Thailand beginnt
tagesschau 12:00 Uhr, 08.07.2018, Oliver Rabieh, NDR

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Gegen 21 Uhr Ortszeit (16 Uhr MESZ) hoffen die Menschen nicht nur in Thailand, dass die ersten beiden Taucher mit einem geretteten Jungen wieder ins Freie kommen. Die gesamte Rettungsaktion kann sich über mehrere Tage hinziehen.

Das nächstgelegene Krankenhaus bereitet sich bereits auf die Rettung der Jugend-Fußballer vor. Vor dem Prachunakroh-Hospital in der knapp 60 Kilometer entfernten Stadt Chiang Rai stellten Arbeiter Planen auf, die Sichtschutz bieten sollten. Zudem waren im thailändischen Fernsehen Krankenhausmitarbeiter zu sehen, die 13 Krankentragen vor dem Eingang aufstellten. Der achte Stock des Krankenhauses soll Berichten zufolge für die Geretteten reserviert sein. Die "Bangkok Post" twitterte ein Bild von einem vorbereiteten Krankenzimmer.

Mit Informationen von Albrecht Breitschuh, NDR, zzt. Singapur

Rettungsaktion hat begonnen
Albrecht Breitschuh, NDR
08.07.2018 10:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Juli 2018 um 10:00 Uhr.

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