Abstimmung in Thailand Erste Wahl nach dem Militärputsch

Stand: 24.03.2019 10:16 Uhr

Schon mehrmals hat die Militärführung in Bangkok die versprochene Parlamentswahl verschoben. Nun aber gibt es einen konkreten Termin. Ihre Macht dürfte die Junta auch nach der Wahl behalten.

Am 24. März sollen die Menschen in Thailand über ein neues Parlament entscheiden. Die staatliche Wahlkommission hat den Termin bestätigt, den Thailands neuer König Maha Vajiralongkorn schon in einem Dekret angekündigt hatte. Damit steht das Land vor den ersten demokratischen Wahlen seit der Machtübernahme des Militärs im Jahr 2014.

Ursprünglich sollte die Abstimmung schon viel früher stattfinden. Die Militärführung hatte den Termin aber mehrfach hinausgezögert - zuletzt im Januar. Dabei begründete sie die Verschiebung mit den Vorbereitungen für die Krönungsfeier des neuen Königs. In den vergangenen Monaten hatten in Bangkok gelegentlich Regierungsgegner für freie Wahlen demonstriert.

Thailands Premier General Prayut Chan-o-Cha
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Thailands Premier General Prayut Chan-o-Cha will nach der Wahl im Amt bleiben.

Militär dürfte Einfluss auf Regierung behalten

Beobachter gehen davon aus, dass Thailands Militär auch nach der Abstimmung ein wichtiger Machtfaktor im Land bleiben wird. So hat der amtierende Premierminister und Juntachef, General Prayut Chan-o-cha, schon angekündigt, dass er als Regierungschef im Amt bleiben will. Die unter der Militärführung erlassene neue Verfassung ermöglicht das. Für große Parteien dagegen dürfte es mit der neuen Verfassung schwieriger sein, eine ausreichend große Mehrheit für eine Alleinregierung zu gewinnen.

Thailands letzte demokratisch gewählte Premierministerin Yingluck Shinawatra war 2014 nach Korruptionsvorwürfen vom Militär gestürzt worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Januar 2019 um 13:00 Uhr.

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