Zerstörtes Wohngebäude in West, Texas

Texanische Behörden ziehen erste Bilanz Unglück in Düngemittelfabrik forderte 14 Tote

Stand: 19.04.2013 23:57 Uhr

Nach der gewaltigen Explosion in einer Düngemittelfabrik im US-Staat Texas sind 14 Leichen geborgen worden. Rund 200 Menschen seien bei dem Unglück verletzt worden, sagte ein Sprecher der texanischen Behörde für öffentliche Sicherheit.

Zuvor hatten unterschiedliche Opferzahlen für Verwirrung gesorgt. Bürgermeister Tommy Muska hatte zwischenzeitlich von 35 bis 40 möglichen Toten gesprochen, Mitarbeiter des Rettungsdienstes sogar von bis zu 70 Toten. Doch diese Befürchtungen bestätigten sich zunächst nicht.

Schule und Altenheim zerstört

Die Rettungsmannschaften hatten am Donnerstag die Trümmer in der Ortschaft West systematisch nach Überlebenden durchkämmt und die Suche am Freitag fortgesetzt. Die Bergungsarbeiten waren von der enormen Hitze erschwert worden, die am Unglücksort herrschte. Zudem mussten die Rettungsteams oft erst beschädigte Gebäude stabilisieren, bevor sie sie betreten konnten.

Die Erschütterung bei der Explosion am Mittwochabend war so stark, dass Seismologen sie als Erdbeben der Stufe 2,5 klassifizierten. Neben der Düngerfabrik wurden auch zahlreiche Wohn- und Geschäftsgebäude der rund 2800 Einwohner zählenden Gemeinde im Süden von Dallas in Schutt und Asche gelegt. Bürgermeister Muska sprach von 50 bis 80 betroffenden Häusern. Zudem wurden eine Schule und ein Altenheim zerstört.

Nach Polizeiangaben handelt es sich bei der Explosion um einen durch ein Feuer ausgelösten Industrieunfall. Die Region um die 2800-Einwohner-Stadt West nahe Waco wurde zum Katastrophengebiet erklärt. "Diese Tragödie hat wahrscheinlich jede Familie in dieser kleinen Gemeinde getroffen", sagte der Gouverneur von Texas, Rick Perry.

Gedenkmesse für die Opfer

Am Donnerstagabend hatten Hunderte Menschen bei einer Messe der Opfer gedacht. US-Präsident Barack Obama, der an dem Tag an der Gedenkfeier für die Opfer des Terroranschlags von Boston teilnahm, sicherte seine Unterstützung zu. Auch Papst Franziskus bat um Gebete für die Opfer und ihre Familien.

Karte: West, Texas (USA)
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Der Unglücksort West liegt zwischen Austin und Dallas in Texas.

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