Bewaffnete und vermummte Polizeikräfte stehen vor dem Hauptquartier des afghanischen Geheimdienstes, auf das ein Selbstmordattentat verübt wurde. | Bildquelle: JAWAD JALALI/EPA-EFE/REX/Shutter

Internationale Studie Weniger Terroropfer weltweit

Stand: 05.12.2018 09:49 Uhr

Die Zahl der Terroropfer ist 2017 zwar weltweit deutlich zurückgegangen. Dennoch bleibe der Terrorismus ein globales Problem, heißt es im "Global Terrorism Index 2018" der australischen Denkfabrik IEP. Die meisten Terroropfer hat der IS zu verantworten.

Die Zahl der Terroropfer ist im Jahr 2017 um 27 Prozent auf 18.814 weltweit gesunken. Damit sei im dritten Jahr in Folge eine Verbesserung zu beobachten, heißt es im "Global Terrorism Index 2018" der australischen Denkfabrik "Institute for Economics & Peace (IEP).

Der Terrorismus bleibt aber nach Angaben der Autoren ein globales Problem: 67 Länder verzeichneten 2017 mindestens einen Todesfall. Laut Rangliste zeigten 94 Länder eine Verbesserung und 46 eine Verschlechterung - dies sei seit 2004 die höchste Anzahl von Ländern, die sich gegenüber dem Vorjahr verbessern konnten. Die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen des Terrorismus beliefen sich laut Studie 2017 auf 52 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

IS auf Rückzug, aber weiter gefährlichste Terrorgruppe

Besonders im Irak und in Syrien habe sich die Lage wegen des Rückzugs der Terrormiliz "Islamischer Staat" verbessert. Im Vergleich zu 2014, als besonders viele Terrorakte verübt worden waren, sank die Zahl der Todesopfer sogar um mehr als 40 Prozent. Der IS bleibt laut Index jedoch die gefährlichste Terrorgruppe der Welt.

Ein IS-Banner hängt in Rakka | Bildquelle: REUTERS
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Das syrische Rakka: Im Kampf gegen den IS und rivalisierender Truppen wurde die Stadt nahezu vollständig zerstört. Hier will der IS mit seiner Flagge seine Macht demonstrieren.

In Europa sanken die Todesfälle um 75 Prozent - und zwar von 168 im Jahr 2016 auf 81 im Jahr 2017. Hierfür gebe es mehrere Gründe, sagte Steve Killelea von der Denkfabrik. So habe der IS an Attraktivität verloren und Techniken zur Beobachtung von Verdächtigen seien besser geworden. Großbritannien, Spanien, Schweden, Finnland und Österreich verzeichneten dem Report zufolge mehr Terroropfer. In Nordamerika und Westeuropa habe die Gefahr durch rechtsgerichtete Täter zugenommen.

Viele Opfer in Afghanistan und Somalia

In Afghanistan stieg die Zahl der Anschläge von 369 im Jahr 2016 auf 386 in 2017. Die Taliban töteten in dem Jahr allein 2419 Polizei- und Militärangehörige - gegenüber 1782 im Jahr zuvor.

Besonders schlimm traf es Somalia. Ein Attentäter hatte sich in einem Lastwagen an einem Verkehrsknotenpunkt in der Hauptstadt Mogadischu in die Luft gesprengt. Fast 600 Menschen starben nach Angaben des IEP. Die Regierung machte die radikal-islamische Al-Shabaab-Miliz dafür verantwortlich.

Das IEP gibt jedes Jahr den globalen Terrorismus-Index heraus. Zudem veröffentlicht das Institut auch den weltweiten Friedens-Index.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Dezember 2018 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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