Telegram  | Bildquelle: dpa

Messengerdienst Hackerangriff auf Telegram - aus China?

Stand: 13.06.2019 17:09 Uhr

Der Messengerdienst Telegram ist nach eigenen Angaben Ziel eines großangelegten Hackerangriffs geworden. Die Attacke komme aus China, erklärte Telegram-Chef Durow. Er sieht einen Zusammenhang mit den Protesten in Hongkong.

Hacker haben einen großangelegten Angriff auf den Messengerdienst Telegram gestartet. Die Attacke auf das verschlüsselte Netzwerk sei größtenteils von China aus gestartet worden, erklärte Telegram-Gründer Pawel Durow auf Twitter.

Es handelte sich demnach um eine sogenannte DDoS-Attacke, mit der die Angreifer ihr Ziel durch Überlastung lahmlegen wollten. In vielen Regionen der Welt kam es vorübergehend zu Verbindungsproblemen. Daten von Nutzern seien aber nicht gehackt worden.

Proteste in Hongkong lahmlegen?

Durow sieht einen Zusammenhang mit den derzeitigen Massenprotesten in Hongkong. Seinen Angaben zufolge hatten sich vergleichbaren Hackerangriffe, in die staatliche Akteure involviert gewesen seien, in der Vergangenheit immer zeitgleich mit Protestbewegungen in Hongkong ereignet. "Dieser Fall war keine Ausnahme."

Bei den schweren politischen Unruhen in Hongkong organisieren sich viele Aktivisten über Telegram, um so der Überwachung durch die chinesischen Behörden zu entkommen. Auf dem chinesischen Festland ist der Onlinedienst nicht verfügbar, die Bewohner der einstigen britischen Kronkolonie haben jedoch Zugang.

Pawel Durow | Bildquelle: picture alliance / dpa/ Dan Taylor/Flickr
galerie

Die Attacke auf das verschlüsselte Netzwerk sei größtenteils von China aus gestartet worden, erklärte Telegram-Gründer Pawel Durow.

Telegram gilt vielen Usern wegen der dezentralen Verschlüsselung als besonders sichere App. Deshalb wird sie von Protestbewegungen, wie etwa in Russland oder im Iran, aber auch von kriminellen Gruppierungen, wie der Terrormiliz IS, genutzt. Russland ließ den Dienst zeitweise komplett blockieren in seinem Land.

Streit um Auslieferungsgesetz

Seit Tagen protestieren Hunderttausende Menschen in Hongkong gegen ein umstrittenes Auslieferungsgesetz. Hauptverkehrsstraßen und das Regierungsviertel wurden blockiert, es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. 70 Menschen wurden verletzt. Am Sonntag waren bis zu eine Million Menschen auf die Straße gegangen.

Darstellung: