Der iranische Tanker "Adrian Darya 1". | Bildquelle: REUTERS

Iranischer Tanker "Adrian Darya 1" sendet kein Signal mehr

Stand: 04.09.2019 10:32 Uhr

Der iranische Öltanker "Adrian Darya 1" hat bei seiner Fahrt durch das Mittelmeer seinen Ortungssender ausgeschaltet. Zuletzt lag das Schiff vor der libanesischen Küste - offenbar mit Kurs auf einen syrischen Hafen.

Gut zwei Wochen nach der Freigabe durch Großbritannien und nach mehreren Kurswechseln im Mittelmeer hat der iranische Öltanker "Adrian Darya 1" offenbar vor der syrischen Küste seine Ortungssignale abgeschaltet. Das Schiff sandte sein vorläufig letztes Signal am frühen Montagabend von einer Position rund 85 Kilometer vor der Küste des Libanons und Syriens, wie aus Daten mehrerer Informationsdienste hervorging. Offenbar lag es auf Kurs auf die syrische Hafenstadt Tartus. US-Außenminister Mike Pompeo hatte den Verdacht geäußert, dass der Tanker dort entladen werden sollte.

Mehrfache Kurswechsel nach Freigabe

Das Schiff war noch unter dem Namen "Grace 1" mehr als sechs Wochen lang in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Dies verschärfte die Spannungen im Atomstreit mit dem Iran, der als Vergeltung zwei Wochen später einen britischen Tanker wegen angeblicher Verstöße gegen das Seerecht festsetzte.

Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets gab den Tanker schließlich Mitte August frei, nachdem der Iran zusicherte, die 2,1 Millionen Barrel Öl nicht in Syrien zu löschen. Wenige Tage später teilte der Iran ohne nähere Details mit, dass die Ladung verkauft worden sei.

Seitdem bewegt sich das Schiff im östlichen Mittelmeer. Inzwischen änderte der Tanker mindestens drei Mal seinen Kurs. Der Kapitän hatte zunächst angegeben, nach Griechenland fahren zu wollen. Danach hieß es, die "Adrian Darya 1" wolle Häfen in der Türkei ansteuern.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani spricht Anfang September 2019 vor dem Parlament in Teheran. | Bildquelle: AFP
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Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat Gespräche mit den USA erneut ausgeschlossen.

Rouhani setzt Europäern Frist

Die USA haben andere Staaten gewarnt, sie würden eine Unterstützung des Schiffes als Unterstützung einer Terrororganisation erachten. Sie gehen davon aus, dass der Tanker den iranischen Revolutionsgarden gehört. Die US-Führung betrachtet diese einflussreiche Militär-Eliteeinheit als Terrororganisation. US-Präsident Donald Trump will den Iran mit Sanktionen unter anderem im Ölgeschäft zu einem strengeren Atomabkommen zwingen.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani sagte im Teheraner Parlament, sein Land werde sich einen weiteren Schritt weg vom Atomabkommen von 2015 bewegen, wenn Europa nicht die negativen Effekte des Ausstiegs und der Sanktionen der USA kompensiere. Er zeigte sich enttäuscht, dass "nach dem Verrat der USA" die Europäer ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen seien. "Was wir von den anderen Ländern wollen, ist, dass sie weiter unser Öl kaufen", sagte er.

Zuvor hatte der Iran bereits gegen die im Abkommen festgelegten Obergrenzen für die Menge angereicherten Urans und den Grad der Anreicherung verstoßen. Der Iran werde nicht direkt mit den USA verhandeln, solange die USA nicht wieder dem Abkommen beiträten, sagte Rouhani.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. September 2019 um 13:30 Uhr in den Nachrichten.

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