Ein Mann passiert den Schauplatz eines Autobomben-Anschlags in der Nähe des US-Militärstützpunktes im afghanischen Bagram. (Archiv) | Bildquelle: HEDAYATULLAH AMID/EPA-EFE/REX

Feuerpause angeboten? Taliban gehen angeblich auf USA zu

Stand: 16.01.2020 19:40 Uhr

Seit gut 18 Jahren kämpfen die USA in Afghanistan gegen die radikal-islamischen Taliban. Die Verhandlungen über ein Friedensabkommen sind schwierig. Doch nun sollen die Taliban eine Waffenruhe angeboten haben.

Bei den indirekten Verhandlungen der USA mit den radikalislamischen Taliban in Katar deuten sich Fortschritte an. Nach Angaben aus den eigenen Reihen haben die Taliban dem US-Militär eine kurze Waffenruhe angeboten. Die Rede ist von "sieben oder zehn Tagen". Das solle den Weg für ein Friedensabkommen ebnen.

Aus US-Kreisen wurde bestätigt, dass ein Unterhändler eine Mitteilung von den Taliban erhalten habe. Diese werde nun geprüft. Offizielle Bestätigungen liegen von keiner Seite vor.

Andeutungen aus Pakistan

Allerdings hat auch der Außenminister des afghanischen Nachbarlandes Pakistan, Shah Mahmood Hussain Qureshi, in einer Videobotschaft verkündet: "Die Taliban haben der Forderung nach einer Verringerung der Gewalt zugestimmt." Er zeigte sich zuversichtlich, dass dies "ein Schritt vorwärts in Richtung eines Friedensabkommens" sei und sprach von einem "erfreulichen Fortschritt".

Verhandlungsfortschritt im September zunichte gemacht

Im vergangenen September waren Taliban und US-Regierung der Unterzeichnung eines Friedensabkommens sehr nahe gekommen. Nach einem Anschlag, bei dem auch ein US-Soldat getötet wurde, ließ Präsident Donald Trump den Deal platzen. Ob das Angebot einer befristeten Waffenruhe den USA für die Wiederaufnahme der direkten Verhandlungen reicht, ist unklar. Das Land fordert die Taliban seit Wochen auf, die Gewalt im Land zu reduzieren. Auch auf Seiten der Islamisten ist das Mistrauen gegenüber den USA groß. Sie haben inzwischen etwa die Hälfte Afghanistans unter ihrer Kontrolle.

Ein Friedensabkommen könnte es den USA den Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan nach gut 18 Jahren Krieg ermöglichen. Die aktuellen, indirekten Gespräche laufen seit Dezember in Katars Hauptstadt Doha.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Januar 2020 um 09:00 Uhr.

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