Flagge Afghanistans in Kabul | Bildquelle: AFP

Afghanistan-Konflikt Taliban wollen erste Gefangene freilassen

Stand: 12.04.2020 11:28 Uhr

Nachdem die afghanische Regierung Hunderte Taliban aus der Haft entlassen hat, kündigt nun die Miliz die Freilassung erster Gefangener an. Der Austausch ist ein zentraler Bestandteil des Friedensabkommens.

Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs mit der afghanischen Regierung haben die radikalislamischen Taliban die Freilassung von 20 verschleppten afghanischen Soldaten angekündigt. Wie ein Sprecher der Miliz bei Twitter mitteilte, würden die Gefangenen im Laufe des Sonntags aus der Haft entlassen und in Kandahar dem Roten Kreuz übergeben.

Die afghanische Regierung entließ ihrerseits seit Mittwoch bereits 300 Taliban-Kämpfer, zuletzt 100 am Samstag. Nach Angaben des Nationalen Sicherheitsrats leisteten die Entlassenen einen Eid, sich nie wieder an Kämpfen zu beteiligen.

Gerade freigelassene Taliban warten im afghanischen Bagram-Gefängnis. | Bildquelle: via REUTERS
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Hunderte Taliban waren aus dem Bagram-Gefängnis freigelassen worden.

Wichtiger Bestandteil der Friedensverhandlungen

Der Gefangenenaustausch ist ein zentraler Bestandteil des Friedensabkommens vom Februar zwischen den USA und den Taliban, das den fast zwei Jahrzehnte währenden Krieg beenden soll. Der Austausch sollte ursprünglich bereits am 10. März stattfinden. Dann sollten auch die innerafghanischen Friedensverhandlungen beginnen, die den jahrelangen bewaffneten Konflikt beenden sollen.

Die Einigung sieht vor, dass die afghanische Regierung, die an den Verhandlungen zunächst nicht beteiligt war, 5000 gefangene Taliban-Kämpfer freilässt. Die Miliz sollte tausend Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte freigeben.

Verhandlungen drohten zu scheitern

Noch zu Wochenbeginn hatte den Verhandlungen zwischen Kabul und den Taliban ein Scheitern gedroht. Inmitten der Verhandlungen kündigten die Taliban am Dienstag an, sich aus den "fruchtlosen" Gesprächen mit der Regierung zurückzuziehen. 

Daraufhin ließ Kabul die 100 Kämpfer frei. "Der Friedensprozess sollte voranschreiten", hieß es dazu aus dem Nationalen Sicherheitsrat.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. April 2020 um 14:00 Uhr.

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