Ein Panzer in Taiwan schießt auf einem Feld. | Bildquelle: REUTERS

Nach Drohungen Chinas Taiwan hält Gefechtsübungen ab

Stand: 17.01.2019 09:42 Uhr

Artillerie und Kampfhubschrauber feuern auf Übungsziele an der Westküste, Kampfjets starten im Norden des Landes: Das Militär in Taiwan übt das Gefecht, nachdem China erneut drohte, Taiwan einzunehmen.

Nach neuen Drohungen einer Annexion durch China hat Taiwan eine Gefechtsübung abgehalten. Artillerie und Kampfhubschrauber nahmen Ziele an der Westküste nahe der Stadt Taichung unter Feuer, während Mirage-Kampfjets aus französischer Produktion von der Luftwaffenbasis Hsinchu im Norden abhoben.

Eine Rakete wird von einem Thunderbolt 2000 Multi-Raketenwerfer in Taichung abgefeuert. | Bildquelle: AP
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Eine Rakete wird im zentraltaiwanischen Taichung von einem Raketenwerfer abgefeuert.

China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz an und betrieb zuletzt verstärkt eine internationale Isolierung Taiwans. Von zwei Dutzend Staaten, die Taiwan noch diplomatisch anerkannt hatten, konnte Peking fünf weitere auf seine Seite ziehen.

Xi will Taiwan notfalls mit Gewalt unter Kontrolle bringen

Chinas Präsident Xi Jinping sagte zuletzt am 2. Januar, er wolle die Wiedervereinigung mit dem demokratischen Taiwan notfalls auch mit Gewalt erzwingen. China müsse und werde wiedervereinigt werden, sagte er laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Ein unabhängiges Taiwan widerspreche dem Trend der Geschichte und werde in eine Sackgasse führen.

China wolle eine friedliche Wiedervereinigung erreichen, lasse aber "keinen Raum für separatistische Aktivitäten", sagte Xi. "Wir geben kein Versprechen ab, auf die Anwendung von Gewalt zu verzichten, und behalten uns die Möglichkeit vor, alle erforderlichen Mittel zu ergreifen."

Taiwan will keine Zugeständnisse machen

Die taiwanische Präsidentin Tsai Ing-wen entgegnete, die Bevölkerung werde niemals auf die demokratischen Freiheiten verzichten, die es in der Volksrepublik China nicht gebe. Demokratische Werte gehörten zur taiwanischen "Lebensweise", so Tsai.

Taiwan werde "seine Souveränität nicht aufgeben oder Zugeständnisse hinsichtlich seiner Autonomie machen". Peking müsse sich der Realität der "Republik China" stellen. So heißt Taiwan offiziell.

China droht seit 1971

Soldaten des taiwanesischen Militärs sitzen auf einem Panzer. | Bildquelle: REUTERS
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Taiwaner Soldaten setzen sich nach der Militärübung zum Gruppenfoto auf einen M60A3-Panzer .

Der Streit um den Status Taiwans geht auf den Bürgerkrieg in China zurück, als die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang nach ihrer Niederlage gegen Maos Kommunisten nach Taiwan flüchteten.

Seit Gründung der Volksrepublik 1949 betrachtet Peking die Inselrepublik, die selbst demokratische Wahlen abhält, als das eigene Territorium und droht mit einer Rückeroberung. Bis 1971 hatte Taipeh China in den Vereinten Nationen und damit auch im Weltsicherheitsrat vertreten, bevor Peking auf Beschluss der UN-Vollversammlung diese Rolle übernahm.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Januar 2019 um 16:00 Uhr.

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