Ein Mädchen läuft einen von einer Schlammlawine überrollten Weg unterhalb des Vulkans Mayon entlang | AP

Nach Taifun "Goni" Schlammwüsten auf den Philippinen

Stand: 02.11.2020 13:41 Uhr

Nachdem Taifun "Goni" über die Philippinen hinweggefegt ist, brauchen 19 Millionen Menschen Hilfe. Straßen und Häuser sind voller Schlamm und Geröll, Krankheiten könnten sich ausbreiten.

Von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Kilometern pro Stunde und noch weit heftigeren Böen traf Supertaifun "Goni" auf den Philippinen auf Land. Er entwurzelte Bäume, knickte Strommasten um, riss Hausdächer hinweg. In der 70.000 Einwohner Stadt Virac auf der Insel Catanduanes wurden 90 Prozent aller Gebäude zerstört oder schwer beschädigt. Starkregen begleitete den Sturm. Bilder in sozialen Medien zeigen braune Fluten, die sich reißend durch Ortschaften wälzen. Mindestens 16 Menschen starben, durch Überschwemmungen oder Erdrutsche - viele werden noch vermisst.

Holger Senzel ARD-Studio Singapur
Eine Frau steht in ihrem vom Schlamm überfluteten Haus in der philippinischen Provinz Batangas. | AP

Viele Häuser auf den Philippinen sind durch den Sturm zerstört worden. Wie bei dieser Frau in der philippinischen Provinz Batangas haben die Fluten Schlammmassen hinterlassen. Bild: AP

Von Catanduanes zog "Goni" weiter auf die Hauptinsel Luzon mit der Metropole Manila,  zwar abgeschwächt, aber immer noch zerstörerisch. Der wichtigste Flughafen des Landes wurde geschlossen, ebenso die Häfen. In vielen Regionen fiel der Strom aus. Nahezu 19 Millionen Menschen sind betroffen, in einem Land, das ohnehin besonders schwer unter der Corona-Pandemie leidet - Massenarbeitslosigkeit und Elend sind die Folge. Richard Gordon vom Roten Kreuz setzt daher vor allem auf Nachbarschaftshilfe und Familienzusammenhalt: "Die Leute müssen wieder auf die Füße kommen, Sie können nicht auf Hilfe warten, sondern müssen auf Freunde und Familie und sich selbst vertrauen."

Hilfsgüter werden dringend benötigt

Was jetzt dringend gebraucht wird, ist Baumaterial, damit die Dächer abgedichtet werden können - außerdem Sanitärbedarf und vor allem auch Moskitonetze, denn die Schlammwüsten sind Brutstätten für Mücken die Krankheiten übertragen.

"Goni" ist der stärkste Tropensturm seit "Hayan", bei dem 2013 mehr als 6000 Menschen ums Leben kamen. Allerdings sind die Philippinen diesmal besser vorbereitet. Annähernd eine Million Menschen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Erst vor einer Woche war Taifun  "Molawe" über die Philippinen gezogen, es gab 22 Tote. Für das Wochenende erwarten die Meteorologen bereits den nächsten Tropensturm.  

Dieser Beitrag lief am 02. November 2020 um 11:38 Uhr auf B5 aktuell.