Menschenrechtsorganisation veröffentlicht Bericht Amnesty wirft Syrien systematische Folter vor

Stand: 21.01.2014 16:59 Uhr

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft dem syrischen Regime vor, in seinen Gefängnissen systematisch zu foltern. Das Ausmaß der Misshandlungen habe ein neues Niveau erreicht, heißt es in einem Bericht mit dem Titel "Ich wollte sterben". Darin berichten mehrere Opfer, die nach ihrer Freilassung nach Jordanien geflohen sind, von insgesamt 31 Foltermethoden.

Die Menschen würden bei ihrer Ankunft in den Gefängnissen mit Stöcken, Gewehrkolben oder Fäusten geschlagen oder ausgepeitscht. Manche Opfern hätten bis zu 24 Stunden entkleidet im Freien verbringen müssen.

Bei Verhören seien einige Gefangene mit gefesselten Händen aufgehängt worden, so dass sie gerade mit den Zehenspitzen den Boden berührten. Auch Elektroschocks gehörten laut Bericht zur Befragungspraxis. Zudem werden Schilderungen über Vergewaltigungen angeführt. Amnesty International wertete die Aussagen als weiteren Beweis dafür, dass in Syrien Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt wurden.

Landminen gegen Flüchtlingsstrom

Syrische Aufständische bei Kämpfen in Idlib
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Kämpfer in der Provinzhauptstadt Idlib (Aufnahme von Sonntag)

Unterdessen berichtet die oppositionelle Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter von verlustreichen Gefechten in mehreren Dörfern an der Grenze zur Türkei. Im Bezirk Dschabal al-Sawija sollen drei Menschen getötet worden sein. Die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad nehmen inzwischen offenbar verstärkt die Provinz Idlib westlich von Aleppo in die Zange. Dort halten sich viele Deserteure auf.

Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden in der Grenzregion in den vergangenen Monaten hunderte Landminen ausgelegt. Betroffen seien vor allem Routen, die Flüchtlinge benutzten, um die Türkei zu erreichen.

Nach wie vor kommen auch Meldungen über neue Angriffe der Regierungstruppen aus den Provinzen Homs, Hama und Daraa. Allein gestern sollen in Syrien mehr als hundert Menschen getötet worden sein.

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