US-Außenminister Kerry und sein russischer Amtskollege Lawrow in Moskau | Bildquelle: AP

Verhandlungen von Kerry und Lawrow Ein geheimer Plan für Syrien

Stand: 05.08.2016 04:57 Uhr

Bei stundenlangen Gesprächen haben sich die USA und Russland nach eigenen Angaben auf "konkrete Schritte" für Syrien geeinigt. Einzelheiten wollten die Außenminister Kerry und Lawrow aber nicht nennen. Die Vereinbarung könne die Lage entscheidend verändern.

Die USA und Russland haben sich bei Gesprächen in Moskau auf "konkrete Schritte" in der Syrien-Politik geeinigt. Diese könnten die Lage entscheidend verändern, sagten die Außenminister Sergej Lawrow und John Kerry in der Nacht. "Wir werden die Liste unserer Schritte nicht veröffentlichen, weil wir wollen, dass sie funktionieren", sagte Kerry der Agentur Interfax zufolge. Wenn die vereinbarten Schritte "mit gutem Willen" umgesetzt würden, könnten sie helfen, zu einer Waffenruhe zurückzukehren, das Ausmaß der Gewalt deutlich zu reduzieren und den Raum für Verhandlungen zu einem glaubhaften politischen Übergang zu schaffen, sagte Kerry. Ergebnisse in Syrien seien aber nicht morgen oder übermorgen zu erwarten, dämpfte er mögliche Erwartungen.

Die Gespräche zogen sich über den ganzen Freitag hin. Die eigentlich für den frühen Nachmittag geplante Pressekonferenz begann erst kurz vor Mitternacht.

Chance für eine wirkliche Waffenruhe?

Beide Staaten sind militärisch in Syrien engagiert, verfolgten aber bisher sehr unterschiedliche Ziele. Während die USA Baschar al-Assad entmachtet sehen wollen, unterstützt Russland das Regime in Damaskus.

Dieses Foto soll den Angriff russischer Langstreckenbomber in Syrien zeigen | Bildquelle: REUTERS
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Dieses Foto soll den Angriff russischer Langstreckenbomber auf IS-Stellungen zeigen (14. Juli 2016)

Auf Vermittlung der USA und Russlands war Ende Februar eine Waffenruhe zwischen der Mehrheit der Rebellengruppen und der syrischen Armee vereinbart worden, sie wurde aber nie völlig eingehalten. Die Waffenruhe galt allerdings nicht für die als Terrororganisationen eingestuften Gruppierungen "Islamischer Staat" (IS) und Al-Nusra-Front.

Lawrow setzt auf direkte Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition. Die Gespräche unter UN-Vermittlung stocken allerdings seit Monaten. Lawrow betonte, der Terroranschlag in Nizza zeige, dass Russland und die USA zusammenarbeiten müssten. "Dies sollte uns dazu bewegen, dass wir die ideologischen, politisierten und künstlichen Streitigkeiten überwinden, die manchmal von den Medien aufgeblasen werden als seien sie der wichtigste Teil unserer Beziehungen", sagte er.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juli 2016 um 20:00 Uhr.

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