Ein Soldat schaut über den Rand eines gepanzerten Fahrzeugs, auf dem eine US-amerikanische Fahne weht.  | Bildquelle: dpa

Syrien US-Truppen sollen Ölfelder schützen

Stand: 25.10.2019 05:20 Uhr

Erst der Abzug der US-Truppen aus dem nordsyrischen Grenzgebiet - nun wieder militärische Verstärkung in der Region: Das Pentagon will Militär zum Schutz der Ölfelder nach Ostsyrien schicken. Das Weiße Haus muss den Plänen noch zustimmen.

Nach dem US-Truppenabzug aus dem nordsyrischen Grenzgebiet zur Türkei plant das Pentagon, zusätzliches Militär zum Schutz der Ölfelder in den Osten Syriens zu schicken. Damit solle verhindert werden, dass die von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) kontrollierten Ölfelder wieder an die Terrormiliz "Islamischer Staat" oder an "andere destabilisierende Akteure" fallen, sagte ein Vertreter des Pentagons.

Ziel sei es, den IS, die syrische Regierung, den Iran und mit ihm verbündete Milizen von den Ölfeldern fernzuhalten. Die geplante Verstärkung geschehe "in Abstimmung mit unseren SDF-Partnern". Die Eroberung der Ölfelder vom IS sei eine der wichtigsten Errungenschaften im Kampf gegen die Terrormiliz gewesen.

Das US-Magazin "Newsweek" berichtete unter Berufung auf einen Pentagon-Vertreter, das Weiße Haus müsse den Plänen noch zustimmen.

Das Verteidigungsministerium wolle bis zu 30 Abrams-Panzer und zusätzliche Soldaten zum Schutz der Ölfelder nach Ostsyrien schicken. Der US-Sender Fox News berichtete, die zusätzlichen Kräfte würden aus einer Einheit kommen, die bereits im Nahen Osten stationiert sei.

Trump strebt kompletten Abzug an

US-Präsident Donald Trump strebt einen Abzug aller amerikanischer Soldaten aus Syrien an. Er hatte zuvor gesagt, zunächst werde "eine kleine Anzahl" von US-Truppen bei den Ölfeldern bleiben. Die USA würden das Öl schützen, "und wir werden in der Zukunft entscheiden, was wir damit machen werden". Auf Twitter schrieb Trump, er werde niemals erlauben, dass der IS sich wieder der Ölfelder bemächtige. Und weiter: "Vielleicht ist es an der Zeit für die Kurden, sich auf den Weg in die Ölregion zu machen!"

Trump hatte die US-Truppen in Syrien vor knapp drei Wochen aus der Grenzregion zur Türkei abgezogen. Daraufhin begann die Türkei eine Offensive, die sich gegen die Kurdenmiliz YPG richtete. Die YPG ist die dominierende Kraft in den SDF und war Verbündete der USA im Kampf gegen den IS.

Russland forderte US-Truppenabzug

Russland hatte die USA zuvor zum Abzug auch ihrer letzten in Syrien noch verbliebenen Soldaten aufgefordert. Die amerikanischen Soldaten hätten kein Recht, sich auf syrischem Gebiet aufzuhalten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Die russischen Streitkräfte seien die einzigen, die sich mit Erlaubnis der syrischen Führung und deshalb legitim dort aufhielten.

Zickzack-Kurs der USA in Nordsyrien: Trump will offenbar doch Panzer schicken
Torben Ostermann, ARD Washington
25.10.2019 06:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Oktober 2019 um 09:00 Uhr.

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