US-Soldaten im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei | Bildquelle: AP

Krieg in Syrien US-Militär tötet mehr als 100 Assad-Kämpfer

Stand: 08.02.2018 09:14 Uhr

Die USA haben bei einem Angriff auf Assad-Anhänger in Ost-Syrien nach eigenen Angaben mehr als 100 Kämpfer getötet. Das US-Militär spricht von einer Verteidigungsschlag.

Das US-Militär hat in Syrien einen Luftangriff auf regierungsnahe Kräfte geflogen. Nach Angaben aus Washington hätten diese zuvor ein Hauptquartier der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) angegriffen, die von den USA unterstützt werden. Der Vorfall ereignete sich demnach am Mittwoch im mittleren Euphrat-Tal.

US-Soldaten und ihre Verbündeten in der Anti-IS-Koalition hätten im Osten des Landes aus der Luft und mit Artillerie angegriffen, zitierte der US-Sender CNN einen nicht namentlich genannten Offiziellen der US-Armee. "Wir schätzen, dass mehr als 100 syrische Pro-Regime-Kräfte getötet wurden", sagte er. Aus syrischen Militärkreisen hieß es, mehr als 150 regierungstreue Kämpfer seien getötet oder verletzt worden. Unter den Opfern seien auch russische Soldaten.

Der Angriff auf die Anhänger von Syriens Präsident Bashar al-Assad war laut US-Aussagen eine Verteidigungsmaßnahme nach einem "unprovozierten Angriff". Die Pro-Regime-Kräfte hätten dabei Panzer und Artillerie eingesetzt, zitierte CNN den Vertreter des US-Militärs weiter.

Hintergrund könnten Ölfelder sein

Es wird vermutet, dass die regierungsnahen Kräfte versucht hätten, Gebiete zurückzuerobern, die sich seit der Vertreibung der IS-Terrormiliz in der Hand der Freien Syrischen Armee befinden. Dabei soll es womöglich um Ölfelder gehen.

In der Region im Osten Syriens kämpfen auf der einen Seite des Euphrats die von den Vereinigten Staaten unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gegen Truppen des IS. Auf der anderen Seite sind syrische Regierungskräfte aktiv.

Die USA agieren in Syrien in erster Linie gegen den IS. Allerdings gab es im vergangenen Jahr mehrere Fälle von Kämpfen mit regierungsnahen Milizen. Von US-Seite war dabei immer von Verteidigungsmaßnahmen die Rede.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Februar 2018 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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