Mitglieder der kurdischen YPG-Miliz | Bildquelle: dpa

Waffenruhe ausgelaufen Kurdenmilizen aus Nordsyrien abgezogen

Stand: 29.10.2019 19:26 Uhr

Die Feuerpause im Grenzgebiet in Nordsyrien ist am Nachmittag abgelaufen, und nach russischen Angaben sind alle kurdischen Kämpfer abgezogen. Offenbar gab es erstmals Gefechte zwischen türkischen und syrischen Truppen.

Um 18.00 Uhr Ortszeit, also 16.00 Uhr MEZ, ist die verlängerte Waffenruhe in Nordsyrien abgelaufen. Zuvor hatten sich nach Angaben der russischen Regierung die kurdischen Kräfte wie vereinbart komplett aus einem 30 Kilometer breiten Streifen im syrisch-türkischen Grenzgebiet zurückgezogen. Insgesamt hätten 34.000 Menschen die Zone verlassen und dabei 3000 Waffen sowie Militärtechnik mitgenommen, sagte Generalmajor Juri Borenkow dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge.

Zuvor hatte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu mitgeteilt, dass die Kurden ihren Rückzug noch vor Ablauf der Frist vollzogen hätten: "Der Abzug der bewaffneten Einheiten aus dem Gebiet, auf dem ein Sicherheitskorridor geschaffen werden soll, wurde vorzeitig abgeschlossen." Nun hätten dort syrische Grenztruppen und die russische Militärpolizei die Kontrolle übernommen, so Schoigu weiter.

Waffenruhe in Nordsyrien ist abgelaufen: Kurdische Kämpfer haben Korridor verlassen
tagesschau 20:00 Uhr, 29.10.2019, Daniel Hechler, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die türkische Führung äußerte sich vorsichtiger. "Wir werden durch gemeinsame Patrouillen feststellen, ob sich die Terroristen tatsächlich zurückgezogen haben oder nicht", teilte der Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Fahrettin Altun, auf Twitter mit. Erdogan hatte vor Ablauf der Frist gedroht, die Offensive wiederaufzunehmen, sollte die YPG nicht komplett abziehen.

Nach dem überraschenden Rückzug der US-Truppen aus der Region hatte die Türkei am 9. Oktober eine Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) begonnen, die sie wegen ihrer engen Verbindungen zu den kurdischen PKK-Rebellen in der Türkei als Bedrohung und Terrororganisation einstuft. Acht Tage später stimmte die Türkei in Verhandlungen mit den USA einer Waffenruhe zu, um den Abzug der YPG-Kämpfer von der Grenze zu erlauben. Später vereinbarte Ankara mit Russland eine Verlängerung der Feuerpause, die heute ablief.

Auch Zivilisten flüchten in Massen

Gemäß der Vereinbarung Erdogans mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin behält die Türkei die direkte Kontrolle über einen 120 Kilometer langen und 30 Kilometer breiten Grenzabschnitt zwischen Ras al-Ain und Tal Abjad, den sie erobert hat. Das Grenzgebiet östlich und westlich davon soll nach dem Abzug der YPG von der russischen Militärpolizei und der syrischen Armee kontrolliert werden. In Grenznähe soll es zudem russisch-türkische Patrouillen geben.

Angesichts der Lage in dem Grenzgebiet haben sich nicht nur kurdische Kämpfer zurückgezogen. Auch viele Zivilisten seien geflüchtet, berichtet ARD-Korrespondent Daniel Hechler, denn die Waffenruhe sei äußerst brüchig gewesen. Es habe in den vergangenen Tagen wiederholt Tote und Verletzte gegeben. Einige Zivilisten sollen sogar gefoltert worden sein. Die Versorgung von Geflüchteten gestalte sich äußerst schwierig, so Hechler. Die Behörden seien hoffnungslos überfordert, und es bahne sich eine humanitäre Katastrophe an.

Offenbar erste direkte Gefechte zwischen Türkei und Syrien

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldet unterdessen, dass es in der Region erstmals direkte Gefechte zwischen der türkischen Armee und den syrischen Regierungstruppen gegeben habe. Demnach wurden fünf syrische Soldaten durch türkischen Artilleriebeschuss in der Nähe des Dorfes al-Assadija südlich der Grenzstadt Ras al-Ain getötet. Ein weiterer Soldat sei im Zuge des Gefechts von protürkischen Milizen "hingerichtet" worden.

Die oppositionsnahe Organisation in Großbritannien bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind diese meist kaum zu überprüfen. Die Türkei äußerte sich nicht zu dem Vorfall.

Ankara unterstützt seit Jahren die syrischen Rebellen im Kampf gegen Machthaber Baschar al-Assad und unterhält keinen Kontakt zu seiner Regierung. Bei ihrer Offensive in Nordsyrien wurde die türkische Armee von verbündeten syrischen Rebellenmilizen unterstützt, die dem islamistischen Spektrum zugerechnet werden.

Brüchige Waffenruhe in Nordsyrien endet
tagesschau 17:00 Uhr, 29.10.2019, Daniel Hechler, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Regierung und Opposition starten direkte Verhandlungen

Für Mittwoch sind erste direkte Verhandlungen im seit acht Jahren andauernden syrischen Bürgerkrieg geplant. Regierung und Opposition wollen sich in Genf erstmals an einen Verhandlungstisch setzen. Gemeinsam mit Vertretern der Zivilgesellschaft und mit Unterstützung der Vereinten Nationen sollen beide Seiten eine neue Verfassung ausarbeiten. Der Verfassungsausschuss startet mit je 50 Vertretern von Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft. Ziel ist ein Referendum über die Verfassung, gefolgt von freien Wahlen unter UN-Aufsicht.

Die Erfolgserwartungen sind aber gering. Alle bisherigen Syrien-Gespräche über ein Ende der Gewalt sind ohne Ergebnis geblieben. Die syrischen Regierungstruppen haben zudem in den vergangenen Monaten militärische Erfolge erzielt und die wichtigsten Teile des Landes wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Beobachter bezweifeln deshalb, dass die Regierung zu politischen Kompromissen bereit ist.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. Oktober 2019 um 16:00 Uhr.

Darstellung: