Eine schwere Explosion in Baghus, Syrien | Bildquelle: AFP

Kämpfe in Syrien 150 IS-Kämpfer ergeben sich in Baghus

Stand: 04.03.2019 22:05 Uhr

Um das syrische Baghus toben seit Tagen heftige Gefechte. Von den USA unterstützte kurdische Einheiten versuchen, dem IS die Ortschaft zu entreißen. Heute sollen sich mindestens 150 IS-Kämpfer ergeben haben.

Hunderte Menschen haben das umkämpfte Baghus im Osten Syriens verlassen. Nach kurdischen Angaben ergaben sich auch 150 IS-Kämpfer, die nun Gefangene seien. Sie sollen aus unterschiedlichen Ländern stammen.

Insgesamt hätten 400 bis 500 Menschen den Ort über einen Fluchtkorridor verlassen, teilten die von den USA unterstützten kurdischen Kämpfer der "Syrischen Demokratischen Streitkräfte" (SDF) mit. Dabei handele es sich neben den Kämpfern um deren Angehörige und andere Zivilisten.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach sogar von 300 IS-Kämpfern und insgesamt 1600 Menschen, die sich den Kurden gestellt hätten.

Kämpfer der Syrian Democratic Forces (SDF) Baghouz | Bildquelle: REUTERS
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Die kurdischen SDF haben angeblich150 IS-Kämpfer gefangen genommen.

Explosion bei Baghouz | Bildquelle: AFP
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Die US-Luftwaffe unterstützt die SDF mit Bombardements.

Verborgen in Tunneln und Höhlen

Baghus gilt als eine der letzten vom IS kontrollierten Ortschaften. Die Angreifer rückten aus Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nur langsam vor, erklärte ein SDF-Sprecher. Nach Schätzungen der SDF könnten sich in Baghus bis zu 1500 IS-Kämpfer verschanzt haben. Sie sollen Tunnel und Höhlen gegraben sowie viele Sprengfallen gelegt haben. So suchen die IS-Kämpfer Schutz vor US-Luftangriffen und legen Hinterhalte.

IS auf dem Rückzug

Nach der Einnahme von Baghus bliebe der Terrororganisation IS nur noch eine abgelegene, kaum besiedelte Region westlich des Euphrat, die inmitten des von der syrischen Armee kontrollierten Gebietes liegt.

Der IS hatte 2014 weite Teile des Irak sowie Syriens eingenommen und ein "Kalifat" ausgerufen. Seit 2017 wurde die Terrororganisation aus immer mehr Gebieten verdrängt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. März 2019 um 16:45 Uhr.

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