Ein Kind mit seiner Familie auf der Flucht in Nordsyrien | Bildquelle: AP

Syrien 800.000 Menschen auf der Flucht

Stand: 14.02.2020 12:42 Uhr

Die humanitäre Lage im umkämpften Nordwesten Syriens verschärft sich. Laut UN harren Tausende Vertriebene bei eisiger Kälte im Freien aus. Vor allem Frauen und Kinder fliehen aus der Region Idlib vor der syrischen Armee.

Aus der letzten großen syrischen Rebellenhochburg Idlib fliehen immer mehr Menschen vor den heranrückenden Truppen der Regierung. Seit Anfang Dezember seien mehr als 800.000 Menschen vertrieben worden, erklärte ein Sprecher des UN-Nothilfebüros Ocha für Syrien.

Mehr als 80 Prozent von ihnen sind laut UN Frauen und Kinder. Nothelfer täten alles, was in ihrer Macht stehe, seien jedoch überfordert.

Situation der Flüchtlinge aus Idlib verschärft sich
mittagsmagazin, 12.02.2020, Alexander Stenzel, SWR

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Tödliche Kälte

Kaltes Winterwetter vergrößert die Not weiter. Lokalen Quellen und Organisationen zufolge seien mehrere Kinder an dessen Folgen gestorben, erklärte Ocha im Bericht zu Nordwestsyrien. Demnach fielen die Temperaturen in den vergangenen Tagen teilweise bis auf minus sieben Grad. Der Arzt einer Klinik in der Region Afrin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Tod eines etwa 18 Monate alten Mädchens infolge der "großen Kälte".

Die Truppen von Syriens Präsident Baschar al-Assad hatten im vergangenen Jahr eine Offensive auf die letzte Rebellenhochburg im Nordwesten Syriens begonnen. Trotz einer Waffenruhe setzten sie die Angriffe zusammen mit der verbündeten russischen Luftwaffe auch in den vergangenen Wochen fort. In dieser Woche nahmen die Anhänger der Regierung eine wichtige Versorgungsachse Richtung Norden ein.

Unterkünfte und Essen fehlen

Nach Angaben von Ocha herrscht akuter Mangel an Unterkünften und Nahrungsmitteln. Zehntausende lebten unter freiem Himmel, teilweise unter Bäumen. Zahlreiche Kliniken wurden bei Luftangriffen zerstört und mussten schließen. Die Flüchtlinge hätten oft kein persönliches Hab und Gut mehr.

In der Region um Idlib leben nach UN-Schätzungen rund drei Millionen Zivilisten. Viele sind schon mindestens einmal vor den Regierungstruppen geflohen, weil sie Verfolgung und andere Repressionen befürchten. Dominiert wird das Rebellengebiet von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS).

Karte Nordsyriens mit den Städten Aleppo und Idlib. Die Karte zeigt die Einflusszonen in den umkämpften Gebieten in Nordsyrien (Stand 24.02.2020/Quelle: Institute for Study of War).
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Die Karte zeigt die Einflusszonen in den umkämpften Gebieten in Nordsyrien (Stand 24.02.2020/Quelle: Institute for Study of War).

Türkei droht

Die benachbarte Türkei sieht die Entwicklung mit Sorge. In den vergangenen Jahren nahm das Land bereits etwa 3,4 Millionen syrische Flüchtlinge auf. Sollte die Offensive der syrischen Truppen weitere Syrer über die Grenze in die Türkei treiben, würde die Versorgungslage noch schwieriger.

Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte, seine Truppen zu verstärken; in der Region Idlib verstärkte er bereits die militärische Präsenz. Bei der anhaltenden Offensive der syrischen Regierungstruppen geraten immer wieder auch türkische Einheiten unter Beschuss. 14 Soldaten wurden nach Angaben aus Ankara bislang getötet, weitere 45 verletzt.

Über dieses Thema berichtete das ARD-mittagsmagazin am 14. Februar 2020 um 13:00 Uhr.

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