Regierungstruppen in der syrischen Idlib-Provinz (Archivbild). | Bildquelle: AFP

Offensive auf Chan Scheichun "Ein entscheidender Sieg" in Syrien

Stand: 20.08.2019 09:48 Uhr

Syrische Regierungstruppen haben Chan Scheichun unter ihre Kontrolle gebracht - eine der größten bisher von Rebellen gehaltenen Städte in der Provinz Idlib. Beobachter sprechen von einem "entscheidenden Sieg" des Assad-Regimes.

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, sind syrische Regierungstruppen mit Unterstützung Russlands in Stadtteile von Chan Scheichun vorgerückt. Vorausgegangen waren heftige Luftangriffe und Artilleriebeschuss. Dschihadisten und Rebellengruppen hätten sich aus dem Gebiet zurückgezogen, hieß es weiter.

Der Vorsitzende der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte: "Das ist ein entscheidender Sieg für die Regierungstruppen." Chan Scheichun liegt an der strategisch wichtigen Straße von Damaskus nach Aleppo. Die größte Stadt im Süden der Provinz Idlib wurde bislang von Rebellen gehalten.

USA reagieren umgehend

Die USA forderten Syrien zur Mäßigung auf. US-Außenamtssprecherin Morgan Ortagus schrieb auf Twitter: "Das Assad-Regime und seine Verbündeten müssen zum Waffenstillstand in Idlib zurückkehren."

Aktivisten veröffentlichten in den sozialen Medien Videos, auf denen zu sehen ist, wie Dutzende Granaten auf die Stadt Chan Scheichun abgefeuert wurden. "Die Regimekräfte verfolgen eine Politik der verbrannten Erde, um Städte und Gemeinden unter Kontrolle zu bekommen", schrieben sie.

Rahman hatte vor wenigen Tagen gewarnt, dass, wenn die Regierungskräfte die Stadt einnehmen würden, die Rebellen auch im Norden der benachbarten Provinz Hama in eine schwierige Lage kommen würden. "Entweder werden sie sich zurückziehen müssen oder bis zum Ende kämpfen, weil sie belagert werden."

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

25.000 Menschen in den letzten Tagen vertrieben

Der Beobachtungsstelle zufolge wurden durch die Gewalt der vergangenen Tage im Süden von Idlib rund 25 000 Menschen vertrieben - meist in ländliche Gebiete im Norden, aber auch in die Stadt Idlib und in Gebiete nahe der Grenze zur Türkei.

Die Vereinten Nationen hatten im Juli mitgeteilt, dass durch die Angriffe der syrischen Regierungstruppen seit April mehr als 400.000 Menschen vertrieben wurden. Laut der Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden seit Beginn der Angriffe Ende April mehr als 900 Zivilisten getötet, darunter 235 Kinder.

Syrische Regierungseinheiten dringen in Chan Scheichun ein
Anne Allmeling, ARD Kairo
20.08.2019 08:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. August 2019 um 06:30 Uhr.

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