Hilfslieferungen werden in eine Antonov An-124 geladen | Bildquelle: AFP

Güter für Syrien Paris und Moskau helfen gemeinsam

Stand: 21.07.2018 12:20 Uhr

Symbolträchtiger Flug nach Syrien: Russland und Frankreich haben gemeinsam Hilfsgüter in das von Krieg zerstörte Land gebracht. Die UN soll die Verteilung überwachen. Im Süden Syriens gehen die Kämpfe weiter.

Frankreich und Russland haben erstmals gemeinsam ein Flugzeug mit Hilfsgütern nach Syrien geschickt. Eine russische Militärmaschine mit 50 Tonnen Hilfsgütern hob vom französischen Chateauroux ab. Ziel ist der russische Militärflughafen Hmeimim im Westen Syriens.

In einer gemeinsamen Erklärung teilten Paris und Moskau mit, dass der Zugang der Zivilbevölkerung zu humanitärer Hilfe verbessert werden solle. Das französische Außenministerium teilte mit, es habe Garantien von Russland erhalten, dass die syrische Regierung keinen Einfluss auf die Verteilung der Hilfsgüter nehmen werde.

Die Hilfsgüter sollen demnach noch heute unter Aufsicht des UN-Büros für humanitäre Hilfe (Ocha) in Ost-Ghuta verteilt werden, das im April von der Regierung nach erbitterten Kämpfen zurückerobert worden war.

Syriens Armee auf dem Vormarsch

Bei der Offensive auf Ost-Ghuta waren die syrischen Regierungstruppen und paramilitärische Einheiten von der russischen Luftwaffe unterstützt worden. Mehr als 1700 Zivilisten wurden bei den monatelangen Angriffen und Kämpfen in dem Gebiet nahe Damaskus getötet, Tausende Menschen wurden verletzt. 

Die syrische Armee hat seit Jahresbeginn große Gebiete von den Rebellen zurückerobert. Dabei wird sie nicht nur von der russischen Luftwaffe, sondern auch von Kämpfern und Beratern aus dem Libanon und dem Iran unterstützt. Auch russische Kämpfer sind in Syrien aktiv, wie spätestens ein verlustreiches Gefecht gegen von den USA unterstütze Rebellen im Osten des Landes öffentlich werden ließ.

Tote bei russischen Luftangriffen

Nach der Einnahme von Ost-Ghuta startete die syrische Armee eine Offensive auf die Provinzen Daraa und Kuneitra im Süden des Landes.

Rund um die Stadt Daraa fliegen russische Kampfjets offenbar weiter schwere Luftangriffe. Allein am Freitag seien bei der Bombardierung zweier Dörfer 26 Menschen getötet worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London.

Rebellen und ihre Familien aus der Provinz Daraa verlassen in Hama ihre Busse. | Bildquelle: REUTERS
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Rebellen und ihre Familien aus der Provinz Daraa verlassen in Hama ihre Busse. Sie wollen in die Provinz Idlib im Norden Syriens.

Von Kuneitra und Daraa nach Idlib

Die Aufständischen in Kuneitra und der Pufferzone zu den von Israel besetzten Golan-Höhen erklärten sich inzwischen dazu bereit, ihre Waffen niederzulegen und abzuziehen. Ein erster Konvoi mit Hunderten Rebellen und ihren Angehörigen aus Kuneitra traf in der nordwestlichen Provinz Idlib ein. Insgesamt sollten mehr als 4000 Menschen den Süden Syriens verlassen. Es sich vor allem um radikale Islamisten und ihre Familien. Die Provinz Idlib wird noch Assad-Gegnern gehalten.

Syriens Armee rückt damit auch wieder an die von Israel besetzten Golanhöhen heran. Die israelische Regierung beobachtet dies auch mit Sorge und will verhindern, dass mit Syrien verbündete iranische Kräfte an die Grenze vorrücken.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Juli 2018 um 12:45 Uhr.

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