Zerstörte Häuser in Idlib | Bildquelle: AFP

Syrien-Gipfel in Istanbul Merkel, Macron und Putin bei Erdogan

Stand: 19.10.2018 14:11 Uhr

Bringt ein Vierer-Gipfel eine Entspannung im Syrien-Konflikt? Auf Einladung Erdogans kommen Merkel, Macron und Putin nächste Woche nach Istanbul. Thema ist unter anderem die Lage in Idlib.

Neuer Anlauf im Syrien-Konflikt: Auf Initiative der Türkei kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Russlands Staatschef Wladimir Putin am 27. Oktober zu einem Gipfel nach Istanbul. Sie folgen einer Einladung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Bei dem Gipfel solle es um die Lage in der syrischen Provinz Idlib und den Friedensprozess für Syrien gehen, teilten die beteiligten Staaten mit.

Angst vor Massenflucht

Für die überwiegend von islamistischen Rebellen kontrollierten Provinz Idlib will vor allem die Türkei eine syrische Militäroffensive vermeiden, aber auch viele andere Länder befürchten blutige Kämpfe und eine massive Fluchtbewegung, sollte es dazu kommen. Derzeit überwachen dort türkische Soldaten eine Waffenruhe.

Mitte September schlossen Putin und Erdogan im südrussischen Sotschi ein Abkommen, um eine drohende Offensive auf Idlib abzuwenden. Es sieht insbesondere die Schaffung einer "entmilitarisierten Zone" um die Rebellengebiete vor. Bis Montag zogen die Rebellen und Dschihadisten angeblich ihre schweren Waffen aus dem Gebiet ab, doch ob die Waffenruhe länger hält, ist fraglich.

Es ist der erste Gipfel zu Syrien in diesem Format. Zuletzt hatte die Türkei in dem Konflikt vor allem das Gespräch mit Russland und dem Iran gesucht. Erdogan hatte den Vierer-Gipfel schon vor Wochen angekündigt, doch kam er wegen Terminschwierigkeiten zunächst nicht zustande.

UN-Formate bislang ohne Erfolg

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 gibt es verschiedene diplomatische Initiativen, um eine Waffenruhe und eine politische Lösung des Konflikts zu erreichen. Das wichtigste Format sind die von den Vereinten Nationen in Genf organisierten Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition, doch haben die Gespräche in den vergangenen Jahren kaum Fortschritte gebracht.

Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura kündigte am Mittwoch an, Ende November sein Amt "aus persönlichen Gründen" aufzugeben. UN-Generalsekretär Antonio Guterres ist derzeit auf der Suche nach einem Nachfolger.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Oktober 2018 um 12:23 Uhr.

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