Die Zentrale der OPCW in Den Haag. | Bildquelle: dpa

Giftgasangriffe in Syrien OPCW macht Assads Militär verantwortlich

Stand: 08.04.2020 17:54 Uhr

Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen hat die Giftgasangriffe in Syrien 2017 untersucht. Sie kommt zu dem Schluss, dass es Angehörige von Assads Militär waren, die die Chemiewaffen einsetzten.

Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) hat die syrische Regierung für Chemiewaffenangriffe in Syrien im März 2017 verantwortlich gemacht. Es ist der erste Bericht einer OPCW-Ermittlungskommission, die anders als bei früheren Untersuchungen auch die Schuldigen benennen soll. Dieses Mandat hatten die Ermittler gegen den heftigen Widerstand Syriens und Russlands erhalten.

Nach Einschätzung der von der OPCW beauftragten internationalen Ermittler gebe es hinreichende Gründe für die Annahme, dass die Täter, die in der seinerzeit von Rebellen kontrollierten Stadt Al-Lataminah am 24. und 30. März 2017 Sarin als Chemiewaffe und am 25. März 2017 Chlorgas als Chemiewaffen einsetzen, zur syrischen Luftwaffe gehörten.

"Befehl von höherer Kommando-Ebene"

"Derartige strategische Angriffe hätten nur auf der Grundlage von Befehlen der höheren Kommandoebene des Militärs Syriens erfolgen können", sagte der Koordinator der Ermittler, Santiago Oñate-Laborde. Von drei Angriffen in Al-Lataminah seien insgesamt mehr als 100 Menschen betroffen gewesen.

Westliche Staaten, syrische Oppositionelle und Menschenrechtsorganisationen hatten vor allem die Assad-Regierung für mehrere Giftgasangriffe in Syrien mit zahlreichen Toten verantwortlich gemacht. Syrien und Russland - der wichtigste Verbündete der Führung in Damaskus - wiesen dies stets zurück. 

Gegen den Willen Russlands und Syriens beschloss die große Mehrheit der OPCW-Mitgliedstaaten 2018 die Einsetzung eines Untersuchungsteams, das die Verantwortlichen für Giftgasangriffe in Syrien ermitteln soll.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. April 2020 um 18:00 Uhr.

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