Karte: Syrien mit Damaskus und Hama

UN-Hinweise Weiterer Giftgas-Angriff in Syrien

Stand: 04.10.2017 17:12 Uhr

Den Vereinten Nationen liegen nach eigenen Angaben Hinweise auf weitere Giftgas-Angriffe in Syrien vor. Bereits Ende März sei das Nervengift Sarin im Nordwesten des Landes eingesetzt worden. Proben belegten das zweifelsfrei.

UN-Ermittler haben offenbar Hinweise auf einen weiteren Giftgasangriff in Syrien. Ende März sei bei einem "Vorfall" in einem Dorf im Nordwesten des Landes das Nervengift Sarin eingesetzt worden, erklärte der Generaldirektor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Ahmet Üzümcü. Eine Analyse von Proben habe die "Existenz von Sarin" belegt.

Angriffe auch im Dezember 2016?

Über den Angriff hatte bereits im Mai die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" berichtet. Demnach griffen Flugzeuge der Regierung von Baschar al-Assad hätten im Dezember 2016 zweimal mit Giftgas Ziele im Osten der Stadt Hama an, ein weiteres Mal sei Giftgas im März 2017 im Norden von Hama eingesetzt worden. Bei den drei Attacken sollen mindestens 64 Menschen getötet worden sein. Die syrische Regierung bestritt die Vorwürfe.

Angriff auf Chan Scheichun belegt

Im September hatten die Vereinten Nationen erstmals die syrische Regierung für den Giftgas-Angriff auf das Dorf Chan Scheichun am 4. April verantwortlich gemacht. Damals waren mehr als 80 Menschen getötet worden. Angaben der syrischen Führung und ihres Verbündeten Russlands, das Giftgas sei beim Angriff auf ein Waffenlager der syrischen Opposition ausgetreten, wiesen die Ermittler damals zurück. Dafür fanden sie nach eigenen Angaben Hinweise auf mindestens 23 weitere Chemiewaffenangriffe in Syrien seit März 2013.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Oktober 2017 um 16:30 und 17:00 Uhr in den Nachrichten.

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