Flüchtende nahe der Stadt Hazano | Bildquelle: AP

Angriffe auf Idlib Warnung vor "humanitärer Katastrophe"

Stand: 28.12.2019 01:27 Uhr

Die Massenflucht aus der syrischen Region Idlib geht weiter: Hunderttausende Menschen sind unterwegs nach Norden. Die Opposition warnt vor einer humanitären Katastrophe. Fliehende berichten von schweren Angriffen.

Die syrische Opposition hat vor einer "humanitären Katastrophe" in der Provinz Idlib und vor einer neuen Flüchtlingskrise für Europa gewarnt. Die militärische Offensive der Regierungstruppen habe aus der Gegend ein "Katastrophengebiet" gemacht, sagte Nasr Hariri, Vorsitzender des Hohen Verhandlungskomitees. Die internationale Gemeinschaft müsse sofort handeln.

Nach UN-Angaben sind in den vergangenen zwei Wochen mehr als 235.000 Menschen aus der Region geflohen. Die Menschen seien vor allem südlich der Stadt Idlib vertrieben worden. Die meisten Menschen fliehen nach Norden: in die Städte Ariha, Idlib und Sarakeb oder in bereits überfüllte Flüchtlingslager an der Grenze zur Türkei.

Offensive gegen Idlib: Mehr als 235.000 Menschen auf der Flucht
28.12.2019

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"Alle fünf Minuten explodieren Fassbomben und Granaten"

In der Region Idlib herrscht auf den Straßen Chaos: Kreuz und quer bahnen sich Autos und kleine Lastwagen ihren Weg raus aus der Stadt. Es ist ein nur sehr langsames Vorankommen. Die Fahrzeuge voll bepackt, mit den wenig wichtigen Dingen, die den Menschen bleiben. Sie alle versuchen, dem Beschuss der syrischen Truppe zu entkommen. "Granaten und Luftbombenangriffe, alle fünf Minuten explodieren Fassbomben und Granaten. Wir sind weggerannt, um uns davor zu verstecken. Wir flohen nur mit unseren Kleidern - mit unseren Pyjamas", berichtet ein Imam, der mit seiner Familie flieht. "Maarat al-Numan wurde völlig zerstört. Warum bombardieren sie uns den ganzen Tag?"

Der Imam ist einer von Tausenden, die sich vor den Bomben der Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad in Sicherheit bringen. Früher hatte die Stadt Maarat al-Numan einmal mehr als 90.000 Einwohner. Nach Schätzung von Helfern der Weißhelme der syrischen Opposition werden nicht viele bleiben: "Die Stadt wird bald leer sein." Videoaufnahmen zeigen die Zerstörung - zerbombte Häuser, aus einzelnen dringt Rauch, die Straßen sind voller Trümmer.

Die Kämpfe in Maarat al-Numan sind so schwer, dass die syrisch-amerikanische Ärztekammer inzwischen zwei große Krankenhäuser schließen musste. Davor hätten beide Kliniken noch etwa 300.000 Zivilisten versorgt. 

Assad will Kontrolle über Idlib

Seit Anfang Dezember haben Syrien und Russland ihre Luftangriffe auf die Rebellengebiete in Idlib massiv verstärkt - ungeachtet einer geltenden Waffenruhe. Idlib sowie Teile der angrenzenden Provinzen Hama, Aleppo und Latakia werden von dem früheren Al-Kaida-Ableger HTS und anderen islamistischen Milizen kontrolliert. Der syrische Machthaber Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen.

Die Militäroperation in der Provinz Idlib hatte im April begonnen. Schon in den ersten Monaten nach Beginn der Offensiven mussten schätzungsweise 400.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Die heftigeren Angriffe seit Anfang des Monats verschärfen die Fluchtsituation noch einmal. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte bereits vor einer neuen Migrationswelle in Richtung Europa gewarnt.

Mit Informationen von Isabel Gotovac, ARD-Studio Kairo

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Dezember 2019 um 04:55 Uhr.

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