Flüchtlinge verlassen in voll bepackten Fahrzeugen die Region Idlib. | Bildquelle: AP

Angriffe in Nordsyrien Mehr als 235.000 Menschen fliehen

Stand: 27.12.2019 15:12 Uhr

Seit Wochen fliegen das Assad-Regime und Russland schwere Luftangriffe im Norden Syriens. Binnen kurzer Zeit flohen nach UN-Angaben mehr als 235.000 Menschen von dort. Viele von ihnen benötigen Hilfe.

Als Folge der massiven Luftangriffe im Nordwesten Syriens sind nach UN-Angaben in den vergangenen zwei Wochen mehr als 235.000 Menschen aus der Region geflohen. Die Menschen seien vor allem südlich der Stadt Idlib vertrieben worden. Die Massenflucht habe das Gebiet um die Stadt Maarat al-Numan "fast leer" hinterlassen, berichteten die Vereinten Nationen.

Die meisten Menschen seien nach Norden geflohen: in die Städte Ariha, Idlib und Sarakeb oder in bereits überfüllte Flüchtlingslager an der Grenze zur Türkei.  Doch viele Menschen rechneten unter anderem in Sarakeb mit verstärkten Kämpfen und würden nun auch von dort fliehen.

Flüchtlinge passieren in Fahrzeugen einen Ort nördlich von Idlib | Bildquelle: AFP
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Viele Flüchtlinge sind unterwegs nach Norden.

Viele Flüchtende benötigen Hilfe

Viele der Vertriebenen benötigten dringend humanitäre Hilfe und Unterkünfte, teilte das UN-Nothilfebüro Ocha auf Twitter mit. Viele Hilfsorganisationen hätten ihre Arbeit in Teilen der Provinz Idlib jedoch aufgrund der Angriffe einstellen müssen.

Angriffe in der Region seit Monatsbeginn verstärkt

Seit Anfang Dezember haben Syrien und Russland ihre Luftangriffe auf die Rebellengebiete in Idlib massiv verstärkt - ungeachtet einer eigentlich geltenden Waffenruhe. Idlib sowie Teile der angrenzenden Provinzen Hama, Aleppo und Latakia werden von dem früheren Al-Kaida-Ableger HTS und anderen islamistischen Milizen kontrolliert. Der syrische Machthaber Bashar al-Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen.

Die Militäroperation gegen Rebellen in der Provinz Idlib hatte im April begonnen. Schon in den ersten Monaten nach Beginn der Offensiven mussten schätzungsweise 400.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Die heftigeren Angriffe seit Anfang des Monats verschärfen die Fluchtsituation noch einmal. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte bereits vor einer neuen Migrationswelle in Richtung Europa gewarnt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Dezember 2019 um 05:17 Uhr.

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