Busse evakuieren Bewohner syrischer Städte | Bildquelle: AFP

Evakuierungen nach Abkommen Syrer verlassen belagerte Städte

Stand: 14.04.2017 10:19 Uhr

Tausende Syrer haben damit begonnen, ihre belagerten Städte zu verlassen. Sie profitieren von einem Abkommen der Kriegsparteien. Weitere Städte sollen in den kommenden Monaten folgen. Kritiker sprechen von Vertreibungen.

Die syrische Regierung und die Opposition haben mit einem abgestimmten Austausch von Tausenden Bewohnern aus vier belagerten Städten begonnen. Etwa 5000 Menschen seien in 75 Bussen aus den von der Regierung gehaltenen Städten Fua und Kafraja im Norden ins nahegelegene Stadt Aleppo gebracht worden, sagte Abdul Hakim Bagdadi, der half, die Vereinbarung auszuhandeln.

Nahe der Hauptstadt Damaskus seien wiederum rund 60 Busse mit 2350 Oppositionskämpfern, Aktivisten und ihren Familien aus zwei von der Opposition gehaltenen Städten in Richtung der Rebellenprovinz Idlib gefahren, berichteten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und syrische Staatsmedien. In den kommenden zwei Monaten sollen rund 30.000 Syrer aus belagerten Gegenden geholt werden.

Kritiker kritisierten die Aktion als Vertreibung. Die Vereinten Nationen überwachen die Evakuierungen nicht, der Syrische Rote Halbmond schon.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. April 2017 um 09:55 Uhr.

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