Abu Hassan al-Muhajir zerstörter Truck in der Nähe von Jarablus | Bildquelle: AFP

Einsatz gegen den IS Auch al-Bagdadis "rechte Hand" ist tot

Stand: 28.10.2019 13:10 Uhr

Bei einem neuen Einsatz gegen den IS ist auch die "rechte Hand" al-Bagdadis getötet worden. Indes ringen die USA und die kurdische SDF darum, den Erfolg für die Tötung des IS-Anführers für sich zu beanspruchen.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kario

US-Präsident Donald Trump hatte ihnen nur "unter 'ferner liefen'" gedankt, für die Hilfe beim Aufspüren von Abu Bakr al-Bagdadi. Doch die syrischen Kurden reklamieren den Erfolg der US-Kommandoaktion ganz wesentlich für sich. Die von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten eine wichtige Rolle gespielt, so Redur Xelil, ein Führungsmitglied der SDF.

Enge Zusammenarbeit zwischen SDF und USA

In der Stadt Hassakah sagte Xelil am Sonntagabend vor Journalisten, al-Bagdadis Tod sei das Ergebnis einer geheimdienstlichen Zusammenarbeit zwischen den SDF und den USA über mehr als fünf Monate: "Während der vergangenen Tage konnte der Aufenthaltsort (von al-Bagdadi) bestätigt werden, und Informationen wurden mit der amerikanischen Seite geteilt, vor allem mit der CIA. Heute wurde die Operation ausgeführt, mit der aktiven Teilnahme der Geheimdienste der SDF."

Bemerkenswert: Wenn es stimmt, was die SDF-Führung sagt, dann hätten die USA eigentlich viel früher gegen al-Bagdadi losschlagen können. Der Darstellung der SDF zufolge gab es aber wegen des türkischen Einmarsches in Nordsyrien eine Verschiebung; für diese Invasion hatte Trump den Weg frei machen lassen, als er den Abzug aller US-Soldaten aus der Region anordnete. "Die SDF stellen fest, dass die Operation (gegen al-Bagdadi) wegen der türkischen Aggression gegen unser Gebiet um mehr als einen Monat verschoben wurde", sagte SDF-Sprecher Kino Gabriel.

Chefpropagandist des IS auch tot

Im Kampf gegen die Spitze des IS gab es gestern einen weiteren Erfolg: Nach Angaben der kurdischen Miliz YPG kam der Chefpropagandist des IS, Abu al-Hassan al-Muhajir, ums Leben. Dies geschah bei einem gemeinsamen Einsatz der Miliz mit US-Kräften in der Nähe der nordsyrischen Grenzstadt Jarablus. Der Kommandant der SDF, Mazloum Abdi, beschrieb al-Muhajir als die rechte Hand von al-Bagdadi.

Verbrannte Einzelteile eines Trucks in der Nähe von Jarablus. | Bildquelle: AFP
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Syrische Einheimische stehen um einen verbrannten Container. In ihm soll der verkohlte Körper von Abu Hassan al-Muhajir, Chefpropagandist des IS, gelegen sein.

Bei der Razzia habe es sich um die Fortsetzung des vorherigen Einsatzes gegen den IS-Anführer gehandelt. Auch hier hätten die SDF den Amerikanern Informationen geliefert. Nach SDF-Darstellung ist nun die oberste Führungsebene des IS in Nordwest-Syrien faktisch ausgeschaltet. Auf Twitter machte SDF-Kommandant Abdi deutlich, dass der Kampf gegen den IS weitergeht; es gebe "andauernde Operationen, um IS-Anführer zu jagen", so Abdi.

Kampf gegen den IS geht weiter
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
28.10.2019 12:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. Oktober 2019 um 11:15 Uhr.

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