Syriens Präsident Assad spricht beim einem Fernsehinterview | Bildquelle: AFP

Lage in Nordsyrien Assad lehnt deutschen Vorschlag ab

Stand: 01.11.2019 02:40 Uhr

Der Vorstoß von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer für eine internationale Sicherheitszone in Nordsyrien stößt bisher auf wenig positives Echo. Nun hat auch Syriens Präsident Assad klar gemacht, was er von der Idee hält.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad lehnt den Vorschlag von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer für eine internationale Sicherheitszone im Norden des Landes ab. Bei dem Vorschlag sei es darum gegangen, die Sicherheit in der Region unter internationaler Schirmherrschaft wiederherzustellen, sagte Assad in einem Interview mit dem syrischen Staatsfernsehen. Seiner Ansicht nach hätte dies den Status verfestigt, dass das Gebiet außerhalb der Kontrolle des syrischen Staates liege und das Land geteilt sei.

Dagegen lobte Assad das Abkommen Russlands und der Türkei zum Abzug der kurdischen YPG-Miliz aus diesem Gebiet. Die Vereinbarung könne Syrien dabei helfen, sein Ziel schlussendlich zu erreichen, den von Kurden kontrollierten Nordosten des Landes wieder unter Staatsgewalt bringen, sagte er. Die Vereinbarung sei ein positiver Schritt. "Dadurch wird vielleicht nicht alles erreicht. Aber wir hoffen, dass sie den Weg ebnet für eine Befreiung in nicht allzu ferner Zukunft", sagte er.

Assad will keine Feindschaft mit der Türkei

Assad strebt nach eigenen Angaben keine Feindschaft mit der Türkei an. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sei aber wegen seiner Haltung zur Regierung in Damaskus ein "Feind", betonte Syriens Präsident. Um eine Feindschaft mit der Türkei zu verhindern, würden befreundete Staaten wie Russland und der Iran eine wichtige Rolle spielen.

Die Türkei unterstützt syrische Rebellengruppen, die in dem Bürgerkrieg gegen Assads Truppen gekämpft haben. Erdogan will mit russischer Billigung in einem 30 Kilometer langen und über 400 Kilometer breiten Streifen direkt an der Grenze auf syrischem Boden eine sogenannte Sicherheitszone einrichten. Dort will er nicht nur mehr als zwei Millionen Flüchtlinge ansiedeln, sondern auch die YPG, die das Gebiet bislang kontrollierte, vertreiben.

Türkischer Einmarsch vor drei Wochen

Die Türkei war vor rund drei Wochen in Syrien einmarschiert, um die von ihr als Terrororganisation angesehene Kurdenmiliz YPG zu verdrängen. Zuvor hatten die bislang mit den Kurden verbündeten US-Truppen mit ihrem Abzug aus dem Gebiet begonnen. Angesichts der militärischen Übermacht der Türkei haben die Kurden Assad um Hilfe gebeten. Daraufhin rückten syrische Truppen in Teile der geplanten Sicherheitszone ein. Am Mittwoch kam es nach syrischen Angaben zu schweren Zusammenstößen der türkischen und der syrischen Armee.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. November 2019 um 01:00 Uhr.

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