Fahrzeuge des Syrischen Roten Halbmonds fahren in Ost-Ghouta an völlig zerstörten Häusern vorbei.  | Bildquelle: dpa

Angedrohter Syrien-Angriff In Alarmbereitschaft

Stand: 12.04.2018 18:11 Uhr

Die internationale Gemeinschaft zeigt sich angesichts der Entwicklungen im Syrien-Konflikt besorgt. Bereits heute sollen Chemiewaffen-Experten der OPCW eintreffen. Noch immer ist unklar, wie Trump entscheidet.

Nach dem angedrohten Militärschlag der USA sind die Konfliktparteien in der Region in Alarmbereitschaft. Russische Kriegsschiffe sind aus dem Stützpunkt Tartus in Syrien ausgelaufen. Dies sei eine Sicherheitsmaßnahme, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax einen russischen Abgeordneten. Syriens Machthaber Bashar al-Assad warnte vor den Folgen eines Militäreinsatzes. "Diese Stimmen und jedwede Aktion werden nur dazu beitragen, die Region weiter zu destabilisieren."

Erste Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) sollen bereits heute zu Ermittlungen in Syrien eintreffen. Zwei Gruppen von Experten würden am Donnerstag und Freitag im Land erwartet, sagte der syrische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Baschar Dschaafari, in New York. Sie sollen am Samstag ihre Arbeit aufnehmen.

Bei einem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz der syrischen Truppen waren am Samstag in Duma in der Region Ost-Ghouta Dutzende Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden.

Johnson droht

Der britische Außenminister Boris Johnson drohte der Assad-Regierung: Der Angriff in der Region Ost-Ghouta könne "nicht ohne Konsequenzen und ohne eine Reaktion bleiben", sagte er laut einem Mitschnitt des Auswärtigen Amtes bei einem Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas.

Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron deutlich gemacht: "Wir haben den Beweis, dass Chemiewaffen verwendet wurden, zumindest Chlor, und dass sie vom Regime von Assad verwendet wurden." Einen Zeitpunkt für eine Entscheidung über einen möglichen Militärschlag nannte Macron nicht. "Wir müssen Entscheidungen treffen, zu gegebener Zeit, wenn wir das für am nützlichsten und wirksamsten halten." Frankreichs Staatschef wies auf die Abstimmung mit US-Präsident Trump hin: "Unsere Teams arbeiten sehr eng zusammen.

Frankreich sieht Chemiewaffeneinsatz als bewiesen an
tagesschau 17:00 Uhr, 12.04.2018, Sabine Rau, ARD Paris

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Das weitere Vorgehen der USA ist allerdings weiterhin schwer einzuschätzen. Jüngste Äußerungen aus der US-Regierung deuten darauf hin, dass der Militärschlag noch keine beschlossene Sache ist. Per Twitter legte Trump nun nach und erklärte, dass er sich nie zum Zeitpunkt eines Angriffs in Syrien geäußert habe. Dieser könne sehr bald oder auch nicht so bald erfolgen.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Never said when an attack on Syria would take place. Could be very soon or not so soon at all! In any event, the United States, under my Administration, has done a great job of ridding the region of ISIS. Where is our “Thank you America?”

Schon zuvor hatte Trumps Sprecherin die Deutung von dessen bisherigen Aussagen relativiert, die einen unmittelbar bevorstehenden Angriff erwarten ließen. "Der Präsident hat keinen Zeitplan vorgegeben", sagte Sarah Huckabee-Sanders. "Er behält sich auch noch andere mögliche Reaktionen vor. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen." Alle Optionen lägen auf dem Tisch. Den Angaben zufolge wurden im Weißen Haus die verschiedenen Möglichkeiten mit Verteidigungsminister Jim Mattis und CIA-Chef Mike Pompeo besprochen, der vor seiner Bestätigung als neuer Außenminister steht.

Direkte Gespräche zwischen Washington und Moskau

Angesichts der drohenden direkten Konfrontation der beiden Supermächte stehen Russland und die USA nach Kreml-Angaben in direktem Kontakt. Die entsprechende Telefonleitung werde angesichts der Lage in Syrien von beiden Seiten genutzt, teilte das Präsidialamt in Moskau mit. Vorerst sei aber kein Telefonat zwischen Präsident Wladimir Putin und Trump geplant.

Das russische Außenministerium rief zur Besonnenheit auf. "Wir wollen keine Eskalation", sagte Sprecherin Maria Sacharowa Agenturen zufolge. "Aber wir werden auch keine lügenhaften Anschuldigungen unterstützen."

International wächst die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts. UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte davor, dass die Lage in Syrien "außer Kontrolle geraten" könnte. Dies müsse verhindert werden.

US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: REUTERS
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US-Präsident Donald Trump drohte mit einem Militäreinsatz

Merkel will keine direkte Beteiligung

Bundeskanzlerin Angela Merkel erteilte einer deutschen Beteiligung an einem Militärschlag in Syrien eine klare Absage. "Deutschland wird sich an eventuellen - es gibt ja keine Entscheidung, ich will das nochmal deutlich machen - militärischen Aktionen nicht beteiligen", sagte sie bei einem Besuch des dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen in Berlin. "Aber wir sehen und unterstützen, dass alles getan wird, um Zeichen zu setzen, damit dieser Einsatz von Chemiewaffen nicht akzeptabel ist."

Trump rudert zurück: Syrienangriff "sehr bald" oder doch später
Marc Hoffmann, ARD Washington
12.04.2018 14:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. April 2018 um 17:00 Uhr.

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