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Kampf gegen den IS 40 Tote bei Luftangriff in Syrien

Stand: 17.11.2018 17:08 Uhr

Unter den Opfern sollen viele Kinder sein: In Syrien wurden laut Aktivisten mindestens 40 Menschen bei einem Angriff der US-geführten Militärkoalition getötet. Der Angriff galt dem letzten Versteck der IS-Terrormiliz.

Bei einem Luftangriff der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind in Syrien offenbar mindestens 40 Menschen getötet worden. Das berichten staatliche syrische Medien und die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die US-geführte Militärkoalition äußerte sich noch nicht dazu.

Bei den Getöteten soll es sich den Berichten zufolge um Angehörige von IS-Kämpfern handeln. Unter ihnen seien 17 Kinder. Ob auch Extremisten getötet wurden, ist nicht bekannt. Die Luftangriffe galten demnach einem Versteck der Terrormiliz in einem Dorf im Osten von Syrien. Die Bombardements hätten im Morgengrauen stattgefunden und Häuser in der Ortschaft an der Grenze zum Irak getroffen. "Es handelt sich um die höchsten Opferzahlen bei Luftangriffen seit Beginn der Offensive gegen die letzten vom IS gehaltenen Gebiete in der Provinz Deir al-Sor", erklärte die Beobachtungsstelle.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

IS lässt Zivilisten offenbar nicht gehen

Erst am Dienstag seien bei Luftangriffen auf die Ortschaft al-Schaafa 32 Familienangehörige von IS-Kämpfern getötet worden, berichteten Aktivisten. Anfang September hatten kurdische Bodentruppen eine Offensive auf die verbliebenen IS-Hochburgen gestartet, um die Dschihadisten aus dem Gebiet zu vertreiben. Unterstützt werden sie dabei von der internationalen Militärkoalition.

Nach Angaben von Aktivisten hindern Mitglieder des IS Zivilisten daran, die Gegend zu verlassen. Das erkläre die hohe Opferzahl unter ihnen. Laut der Beobachtungsstelle wurden seit Beginn der Offensive mindestens 191 Zivilisten getötet, darunter 65 Kinder und 45 Frauen. Es handele sich überwiegend um Iraker. Die US-geführte Koalition erklärte, sie tue alles in ihrer Macht Stehende, um zivile Opfer zu vermeiden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. November 2018 um 17:00 Uhr.

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