Ein aufständischer Kämpfer in der Gegend um Al-Raschedin westlich von Aleppo. | Bildquelle: AFP

Aleppo Staatsmedien melden Giftgas-Angriff

Stand: 25.11.2018 11:59 Uhr

Syrische Staatsmedien und der Regime-Verbündete Russland werfen Aufständischen vor, die Metropole Aleppo mit Giftgas angegriffen zu haben. Die syrische Regierung reagiert mit dem Bombardement aufständischer Stellungen.

Syrischen Staatsmedien zufolge sollen Aufständische mehrere Raketen, die mit Giftgas bewehrt waren, auf die Großstadt Aleppo abgefeuert haben.

Beim Beschuss dreier Orte in der nordsyrischen Stadt seien 107 Menschen verletzt worden und litten teils unter schweren Atemproblemen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Sie berief sich dabei auf Informationen lokaler Krankenhäuser und verbreitete Bilder und Videos, die entsprechende medizinische Behandlungen zeigen sollen.

Bilder aus einer Klinik in Aleppo, die einen Giftgasangriff belegen sollen: Ein Junge mit einer Sauerstoffmaske wird ärztlich versorgt. | Bildquelle: AFP
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Bilder aus einer Klinik in Aleppo, die einen Giftgasangriff belegen sollen: Ein Junge mit einer Sauerstoffmaske wird ärztlich versorgt.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, in einem Krankenhaus in Aleppo würden Dutzende Zivilisten mit Atemschwierigkeiten mit Sauerstoffmasken versorgt.

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die Mehrzahl der behandelten Menschen sei inzwischen wieder entlassen worden. Die verbliebenen 31 Menschen befänden sich nicht in Lebensgefahr.

Der Beobachtungsstelle zufolge wurden später Stellungen aufständischer Kämpfer in der Region bombardiert.

Moskau: Angriff mit Chlorgas aus Pufferzone

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau gab weitere Details bekannt. Den Angaben zufolge würden derzeit 45 Menschen wegen Vergiftungen mit Chlorgas behandelt, unter ihnen auch Kinder. Der Angriff sei aus der entmilitarisierten Zone der benachbarten Provinz Idlib erfolgt, die von der Al-Nusra-Front kontrolliert werde, hieß es. Auch im russischen Fernsehen waren Aufnahmen zu sehen, die Verletzte bei der Behandlung ihrer Atemwege zeigen sollen. Das Verteidigungsministerium bestätigte auch die Luftangriffe auf aufständische Stellungen.

Karte von Syrien mit Majadin
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Die Millionenstadt Aleppo im Nordwesten Syriens war 2016 von syrischen Regierungstruppen zurückerobert worden.

Moskau ist der wichtigste militärische Verbündete der syrischen Assad-Regierung. Russland hatte sich mit der Türkei im September auf die Einrichtung der 15 bis 20 Kilometer breiten Pufferzone verständigt, aus der alle schweren Waffen und islamistische Kämpfer abzuziehen waren. Mit der Vereinbarung hatte sich eine Militäroffensive der syrischen Armee und Russlands auf die Region Idlib abwenden lassen.

Die Türkei hatte sich verpflichtet, die Einhaltung der Waffenruhe in der entmilitarisierten Zone zu überwachen. Russland werde mit Ankara über den Angriff sprechen, hieß es aus Moskau.

Aufständische bezeichnen Vorwürf als "Lügen"

Das syrische Außenministerium forderte den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in einer Mitteilung auf, diese "terroristischen Verbrechen" augenblicklich scharf zu verurteilen.

Rebellen in der Umgebung von Aleppo wiesen die Vorwürfe als erfunden zurück. Es handle sich um "Lügen", die die "Verbrechen des Regimes gegen die syrische Bevölkerung" verschleiern sollten, sagte ein Sprecher der Nationalen Befreiungsfront, die aus mehreren Gruppen Aufständischer besteht.

Aleppo war im Dezember 2016 von syrischen Regierungstruppen zurückerobert worden. Seitdem hatte sich die Lage in der einstigen Millionenmetropole deutlich beruhigt.

Offenbar Giftgasangriff in Aleppo
tagesschau 20:00 Uhr, 25.11.2018, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. November 2018 um 11:00 Uhr.

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