Syrische Soldaten bei einer Pause in Ost-Aleppo | Bildquelle: dpa

Krieg in Syrien Eine Drohung als letzte Rettung?

Stand: 03.01.2017 11:50 Uhr

Die Friedensinitiative für Syrien droht zu scheitern: Mehrere Rebellengruppen stoppten die Vorbereitung der geplanten Friedensgespräche mit der Regierung. Aber warum? Grund sind unter anderem Gefechte um Gebiete mit wichtigen Wasserressourcen.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Die Unterzeichner der Erklärung sind einige der Gruppen in der bewaffneten Opposition, die bisher ausdrücklich auf die Feuerpause setzten und für ihren Erfolg warben. Nun warnen sie: Sollte die syrische Regierung auch weiterhin dagegen verstoßen, erachte man die entsprechende Vereinbarung als null und nichtig. Um zu unterstreichen, dass man diese Warnung ernst meint, teilten die Gruppen mit, dass man alle Vorbereitungen für die Friedensgespräche, die im Laufe des Monats in der kasachischen Hauptstadt Astana beginnen sollen, aussetze.

Alexander Stenzel, ARD Kairo, zur aktuellen Lage in Syrien
tagesschau 12:00 Uhr, 03.01.2017

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Osama Abu Zeid ist Sprecher der Freien Syrischen Armee, kurz FSA, die die Erklärung veröffentlichte. "Mit der Frage einer politischen Lösung und den Astana-Verhandlungen werden wir uns nicht befassen, solange das Regime so weitermacht wie bisher", sagt er. Die Gruppen würden nicht an den Verhandlungen teilnehmen, solange der Druck und die Brüche des Abkommens in der Region des Barada-Tals durch das Regime andauerten. "Das Abkommen wird wahrscheinlich für zerstört erklärt werden wegen der Fassbomben und der Raketen des Regimes, die auf Barada und Ghouta gefallen sind, noch bevor wir unsere Erklärung abgegeben haben", kritisiert Abu Zeid.

Gebiet wichtig für Wasserversorgung

Das Barada-Tal ist für die Wasserversorgung des östlich davon gelegenen Großraums Damaskus wichtig. Seit bald zwei Wochen versuchen die Armee und verbündete Milizionäre, das Gebiet wieder in ihre Gewalt zu bringen. Mehrere hundert Zivilisten sind während der vergangenen Tage aus der Ebene geflohen. Weitere Regionen, in denen die Regierung nach Darstellung der Aufständischen massiv gegen die Feuerpause verstößt, sind Ost-Ghouta bei Damaskus, die Vororte von Hama und Deraa. Auch aus anderen Regionen wurden während der vergangenen Tage Luftangriffe, Gefechte und einzelne Schusswechsel gemeldet.

Die syrische Regierung hatte sich stets vorbehalten, während der Waffenruhe Terrororganisationen wie den Ableger von Al-Kaida anzugreifen, der einst Nusra-Front hieß - genauso wie Gruppen, die mit Terrororganisationen zusammenarbeiten. Ob die ehemalige Nusra-Front im Barada-Tal präsent ist, ist umstritten. Die Regierung bestreitet stets, die Feuerpause zu brechen und wirft ihrerseits der anderen Seite Verstöße vor.  

Erfolgsmeldungen im Fernsehen

Im syrischen Staatsfernsehen wurde die Erklärung der Oppositionsgruppen zunächst nicht erwähnt. Im Fokus stattdessen Erfolgsmeldungen vom Schlachtfeld: "Die Kurznachrichten - guten Morgen", sagt die Moderatorin und vermeldet dann eine Reihe von Angriffen "auf die Terroristen des IS und der Nusra-Front" in mehreren Regionen des Landes.

Dass die Freie Syrische Armee und ihre Verbündeten die Waffenruhe noch nicht offiziell aufgekündigt haben, dürfte zeigen: Wichtige Teile der bewaffneten Opposition hoffen nach wie vor, dass es noch gelingt, die Feuerpause zu bewahren und einen politischen Prozess einzuleiten. Die nun veröffentlichte Erklärung wirkt wie ein letzter Appell an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, die von ihm angestoßene Initiative zu retten - indem er die syrische Regierung und deren Verbündete auf Linie bringt.

Waffenruhe in Syrien in Gefahr
C. Kühntoll, ARD Kairo
03.01.2017 11:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Januar 2017 um 12:00 Uhr.

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